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Gutes Pflaster für Firmengründer

Gutes Pflaster für Firmengründer

Die Pleitenanfälligkeit für Unternehmen ist in Burscheid relativ gering. Die Gründer sind laut der Wirtschaftsprüfer von Creditreform besser vorbereitet als früher.

Burscheid. Die Zahl der Firmenzusammenbrüche in der Region ist gegen den Bundestrend rückläufig. Dies ergibt eine Analyse der Wirtschaftsprüfer von Creditreform, die Insolvenzen von Unternehmen im Bergischen Städtedreieck zwischen Leverkusen, Solingen und Remscheid untersucht haben.

Weiterhin gut stellt sich demnach auch die Firmenentwicklung in Burscheid dar. Die Prüfer von Creditreform gehen per Hochrechnung aus den Zahlen der ersten fünf Monate davon aus, dass am Ende des Jahres 160 Betriebe gegründet worden sind, dagegen „nur“ 140 nicht mehr am Markt sein werden. Damit hat Burscheid zum vierten mal hintereinander nach dem Negativjahr 2008 einen positiven Saldo von 20 Neugründungen vorzuweisen. Ähnlich gute Entwicklungen gibt es in den umliegenden Städten: Wermelskirchen (260 neue Firmen/170 Abmeldungen), Leverkusen (1480/1410) und Leichlingen (190/120). Insgesamt werden in dem untersuchten Gebiet am Jahresende 6500 Neuanmeldungen 6000 Löschungen gegenüberstehen.

Dass dies nur 500 Gewerbebetriebe mehr sein werden, sieht Creditreform-Geschäftsführer Achim Kirschner nicht negativ: „Die weiterhin gute Konjunkturlage in unserer Region entlastet den Arbeitsmarkt. Aus der Not geborene Existenzgründungen, die dazu dienen sollen, der Arbeitslosigkeit zu entgehen, erübrigen sich mittlerweile für viele qualifizierte Arbeitssuchende. Wir verzeichnen zwar einen Rückgang an Existenzgründungen — die wenigen Gründungen präsentieren sich allerdings besser vorbereitet und wirtschaftlich solider.“ Allerdings sei zu beobachten, dass sich das Geschäftsklima im zweiten Quartal aufgrund der Turbulenzen in Griechenland und Spanien eintrübe.

Dennoch gebe der Arbeitsmarkt weiter positive Impulse. Maßstab dafür: die Verbraucherinsolvenzen. Nachdem im ersten Halbjahr 2011 in der Region 51 520 Bürger einen Insolvenzantrag stellten, waren es in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 50 800 — ein Minus von 1,4 Prozent.

Gut aufgestellt, wie das heute heißt, ist Burscheid auch bei der Pleitenanfälligkeit der Betriebe. Dabei wird die Zahl der Firmenzusammenbrüche verglichen mit der Gesamtzahl der Unternehmen am Ort. In Burscheid ist diese Zahl klar unterdurchschnittlich. Nur knapp hinter Haan auf dem zweiten Platz liegt Wermelskirchen. Die rechnerische Chance für einen Existenzgründer, hier in die Pleite zu schlitter, ist deutlich geringer als in anderen Städten.

Das ändert freilich nichts an dem Schicksal des einzelnen Unternehmers, der in Schieflage gerät. Aktuelles Beispiel in Burscheid: Das Ende der Firma RG Textil-Technik mit 35 Mitarbeitern. Die Produktion wird zum 31. Juli eingestellt.