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Gewerbegebiet: Besitzer will nicht verkaufen

Gewerbegebiet: Besitzer will nicht verkaufen

Unter den betroffenen Anwohnern in Straßerhof formiert sich der Widerstand gegen das Bauvorhaben.

Burscheid. Derzeit durchstreift der Kampfmittelräumdienst das Gelände des geplanten Gewerbegebietes Straßerhof. Hier, wo im Zweiten Weltkrieg auch ein Flieger abgestürzt ist, wird routinemäßig nach Überbleibseln der Kampfhandlungen gesucht.

Mit friedlichen Mitteln wollen sich derweil die Anwohner aus Straßerhof, Blecher und Leverkusen gegen das Gewerbegebiet zur Wehr setzen. Nach der Informationsveranstaltung im April hat sich ein Teil von ihnen zusammengeschlossen, fordert aus Gründen des Naturschutzes und wegen Bedenken gegen den geplanten Kreisverkehr auf der B 51 einen Verzicht auf das Vorhaben und lässt sich inzwischen auch anwaltlich vertreten.

Etwa 15 Hektar groß ist das gesamte Areal; gut zwei Drittel befinden sich sich schon im Eigentum des Bauträgers, der Remscheider Baufirma Dohrmann. Hugo Breidbach (59), zusammen mit seinem Bruder Günter Eigentümer der restlichen fünf Hektar, die direkt an der B 51 liegen, sagt, er wolle nicht verkaufen. Für Donnerstag haben sich Vertreter von Dohrmann und Bürgermeister Hans Dieter Kahrl zu einem weiteren Gespräch angekündigt.

Auf Betreiben Breidbachs wurde der Kreisverkehr planerisch schon von der unmittelbaren Nähe zu seinem Wohnhaus weiter in Richtung Leverkusen verlegt. Breidbachs Gelände ist aber auch für die vorgesehene neue Erschließungsstraße notwendig. Die Anwohner befürchten, dass zum Ausgleich des topografisch schwierigen Geländes auch massiv Erdaushub anderer Baustellen, beispielsweise der nahen A1, angeliefert werden muss.

Eine Enteignung Breidbachs ist nach Einschätzung des Bürgermeisters ausgeschlossen. Noch baut Kahrl auf ein Einlenken des Eigentümers. Im Notfall gebe es aber die Zusage des Landesbetriebs Straßen, dass die Bauarbeiten für eine bereits zugesagte Firmenumsiedlung über den bisherigen Weg in Richtung Heiligeneiche erfolgen könne. Sollte diese Firma dann den Betrieb aufnehmen, müsste an der Einmündung B51 vorerst eine provisorische Ampelanlage entstehen.