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Frühlingsfest: Warm eingepackt ins Getümmel

Frühlingsfest: Warm eingepackt ins Getümmel

Der Start des Frühlingsfests verlief schleppend, doch am Sonntag fiel der Andrang groß aus.

Burscheid. Glück mit dem Wetter haben sie nun wirklich nicht. Wie schon bei der Premiere im vergangenen Jahr meinte es Petrus auch diesmal nicht gut mit den Burscheidern und ihrem Frühlings- und Familienfest.

Doch von kühlen Temperaturen und drohendem Regen ließ sich kaum jemand abhalten. Stattdessen machten sich am Wochenende viele Menschen auf, um - in dicken Pullis eingepackt und mit Schirm ausgestattet - dem Fest einen Besuch abzustatten.

Nach einem traditionell schleppenden Beginn am Samstagvormittag kam mit dem Auftritt der beiden Megaphon-Nachwuchsbands auf der Bühne am Nachmittag der erhoffte Schwung - nicht nur musikalisch.

Schon zuvor hatte der Gemischte Chor "Chorale Bourscheid" aus der Partnergemeinde in Luxemburg auf das Fest eingestimmt und der Family Fitness Club die Zuschauer mit einem Aerobic-Mix auf Temperatur gebracht.

Auch Moderations-Neuling Remi Selbach, zugleich Vorsitzender der veranstaltenden Wirtschafts- und Werbegemeinschaft "Wir für Burscheid" (WfB), kam bei Liegestützen auf der Bühne mächtig ins Schwitzen.

Am Abend gingen die Besucher zusammen mit der Band Mongo Raxx auf eine musikalische Zeitreise zurück in die 70er. Mit Federboas, Plateauschuhen, Glitzeranzügen und Hits wie "Waterloo" von Abba fühlten sich vorwiegend ältere Semester angesprochen, denen die Show sichtlich gefiel. Kritische Stimmen zum erstmals angebotenen Abendprogramm kamen von den Jüngeren, die sich nicht mit dem Dargebotenen anfreunden konnten.

Auf zwischenzeitlich 400 bis 500 Zuschauer schätzte Remi Selbach die Kulisse am kalten Samstagabend vor der Bühne. "Es war erstaunlicherweise recht voll, wenn man bedenkt, dass es das erste Mal war und einige Besucher gar nichts davon wussten."

Als Erfolg konnte Veranstalterin Janica Solbach auch die zeitliche und räumliche Erweiterung des Festes verbuchen, wobei die Bühne als Publikumsmagnet vor allem am Sonntag wunderbar funktionierte. "Wir haben versucht, mit dem Programm alle Zielgruppen anzusprechen."

Insbesondere Familien mit Kindern fanden eine ganze Menge Unterhaltungsmöglichkeiten vor: bei der Jonglage im Mitmach-Zirkus, beim Kampf mit der Zuckerwatte, beim Minigolf ohne Schläger, bei einer Rundfahrt im Burscheid-Express oder beim Mitmach-Theater auf der Bühne.

Für Justin und Patrick Lütz war es dagegen langweilig. Die beiden zehn- und zwölfjährigen Jungs hätten sich ein bisschen mehr Action gewünscht, also eine Raupe oder einen Autoscooter.

Die Einzelhändler erfreuten sich am verkaufsoffenen Sonntag über viel Trubel in der Stadt. "Es läuft super, besser als im vergangenen Jahr", freute sich Buchhändlerin Ute Hentschel auch darüber, dass fast alle Kollegen die Chance nutzten und im Laden standen.

Um das Geschäft von Fernsehhändler Peter Mihm scharten sich die Fußball-Fans, die sich den letzten Spieltag der Bundesliga im Schaufenster anschauten.

Auf der anderen Straßenseite informierte der Geschichtsverein über seine Tätigkeiten. "Wir wollen die Gelegenheit nutzen und den Verein öffentlichkeitsnah darstellen", meinte Vorstandsmitglied Kurt Heider. Auch der Hospizverein informierte über seine Tätigkeiten, die Burscheider Tafel trödelte für den guten Zweck.

Weiter in Richtung Sparkasse wurden die Geruchsnerven bezirzt. Echte Hamburger Marktschreier-Atmosphäre herrschte dank des stimmgewaltigen Verkäufers rund um den Backfisch-Stand.

Die kommerziellen Ständebetreiber bedienten mit Schmuck, Blumen, CDs und Tassen die üblichen Markt-Accessoires.

Wer mehr Geld ausgeben wollte, konnte sich mit Möbel-Komplettangeboten für die Veranda eindecken. Von der Kirchenkurve bis zur Bühne reihte sich ein Stand an den anderen, was der runden Veranstaltung zusätzlich Homogenität verlieh.