Fröhlich-feuchtes Heidbergfest des MGV Dürscheid

Fröhlich-feuchtes Heidbergfest des MGV Dürscheid

Im Jubiläumsjahr lädt MGV Dürscheid 33-köpfige Bigband aus Bergneustadt ins Festzelt.

Burscheid. Von wenig trocken und sehr feierlich wechselte die Stimmung beim Heidbergfest am Donnerstagnachmittag schnell zu fröhlich-feucht — besonders, was das zweite Prädikat und die vielen Tropfen aus den Wolken betrifft. Nach den anstrengenden Übungswochen und dem großen Konzert zum 125-jährigen Jubiläum des MGV Dürscheid war aber dieses Himmelfahrts-Wochenende eine reine Erholung.

Unter den Pavillons der Außenstände, im Cafe und im großen Zelt war die erhoffte, aber nicht präsente Frühlingswärme kein Grund, die Stimmung zu bremsen. Das Ehepaar Ruth und Andreas Weber aus Bergheim brachte die Gäste im bereits zu Beginn schon voll besetzten Zelt ins Schunkeln und zum Mitsingen. Die beiden haben Musik im Blut und begeisterten das Dürscheider Publikum bereits zum zehnten Mal mit ihrer lebendigen Art. Ob als DJ-Solisten oder gemeinsam — flexibel und heiter stellten sie sich auf die Wünsche ihrer Zuhörer ein. Die große Song-Auswahl vom Band ergänzte Andreas Weber mit seinem Spiel auf einem tragbaren Keyboard.

Vor dem Sängerheim brauchte der große Bus mit Gummersbacher Kennzeichen viel Platz. Ihm entstiegen 33 uniformierte Damen und Herren vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Bergneustadt, beladen mit ebenso vielen Instrumentenkoffern. Pünktlich um 16 Uhr hatten sie ihre Stühle auf der Bühne besetzt und ihr Equipment aufgebaut. Trompeten, Saxophone, Posaunen, Xylofon und Percussion setzten ein und ließen altbekannte Ohrwürmer erklingen.

Die Musiker wurden dem Vorstand des MGV durch ein Konzert in einem Seniorenstift im Oberbergischen bekannt. Glücklicherweise konnte das gefragte Blasorchester auf seiner bundesweiten Konzertreise noch den Termin für das Heidbergfest einbauen. Auch zwischen fleißigen Bedienungen und lautstarkem Geplauder der Gäste gelang es dem Dirigenten Heinz Rehring, punktgenaue Einsätze zu erzielen.

Rehring, ehemals Oberstabsfeldwebel und einer der Profis des Stabsmusik-Korps der Bundeswehr, ist selbst passionierter Trompeter. Er baute mit viel Herz und Einsatz das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Bergneustadt zu dem renommierten Show-Orchester heutiger Qualität auf. Unter den 33 Instrumentalisten saßen elf weibliche Musikerinnen. Die einzelnen Stimmen sind mit erstaunlich vielen jungen Spielern besetzt.

Über eine Stunde pausenlose Folge weltbekannter Hits ließ kaum Zeit, Lippen und Kehle wieder anzufeuchten. Wenn auch die Unterhaltungen an den langen Tischreihen nur mit verstärkter Lautstärke funktionierten, fand die dreijährige Remy die Musik so schön, dass sie unbedingt ganz nah an den blanken Instrumenten stehen wollte.

Das traditionelle Heidbergfest geht am Sonntag, ab elf Uhr, weiter. Dann sind die Herren vom MGV sowie der YMCD mit mehr als vier Einstiegsliedern zu hören.

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