Stadtbücherei: Förderer sind offen für neue Trends

Stadtbücherei : Förderer sind offen für neue Trends

Der Förderverein freut sich über eine hohe Zuwendung und setzt auch auf die digitale Entwicklung zum Wohle der Stadtbücherei in Burscheid.

Der Förderverein der Stadtbücherei ist zwar nicht mit Mitgliedern auf Rosen gebettet, allerdings ist er das jetzt finanziell. „Eine langjährige Gönnerin ist verstorben und hat uns testamentarisch eine größere Summe vermacht“, erklärte die Vorsitzende Eva Scholand am Montagabend während der Jahreshauptversammlung des Vereins. Eine Summe nannte sie nicht, verriet aber, dass sie „fast vom Stuhl gefallen“ sei, als sie erst im Tagesverlauf von der Zuwendung erfahren habe.

Was mit dem Geld gemacht werden soll, ist aufgrund der Aktualität noch nicht klar, womöglich dient der hohe Betrag als Polster für Aktivitäten in den kommenden Jahren. Ab April werden in der Bücherei selbst erst mal die Beiträge für den Leseausweis von 14 auf 17 Euro und den Familienausweis von 17 auf 21 Euro erhöht. Auch Ermäßigte zahlen etwas mehr: 5 statt 4 Euro. Die Gebührenänderung hat bereits den Hauptausschuss passiert und wird morgen im Rat endgültig beschlossen.

Hintergrund dieser Erhöhung sei kein Kostendruck, wie Eva Scholand erklärte, sondern auch eine Umgestaltung des Tarifs: Die Ausleihe von DVDs soll dafür künftig kostenlos sein. Die Ausleihen von DVDs sind in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen: 2016 waren es noch 607, 2018 nur noch 352. Andere Büchereien hätten mit diesem Konzept die Zahlen wieder nach oben befördern können.

Anschaffen wird der Förderverein in naher Zukunft noch weitere von den bereits vorhandenen Tonieboxen, die den Eltern das Lesen von Gute-Nacht-Geschichten abnehmen. Dabei handelt es sich um einen Würfel mit einem integrierten Audio-System. Das Prinzip: Die Figur eines Märchens, beispielsweise Pinocchio, wird auf die Box gestellt und diese sowie andere Geschichten werden abgespielt. Die Vorsitzende räumt ein, dass auch für sie das Vorlesen die Königsdisziplin sei, aber viele Eltern hätten nun mal heutzutage weniger Zeit. Und mit den Tonieboxen kämen die Kinder immerhin zu den Märchen.

Wie die Vorsitzende bei dem Rückblick vor 18 anwesenden Mitgliedern erklärte, bleibe das oberste Ziel aller Bemühungen, Literatur auf alle nutzbaren Arten attraktiv zu machen. In diesem Sinne begrüßte sie, dass dazu auch die Erzählkonzerte viermal im Jahr die Vorführungsräume bis auf den letzten Platz füllen und für Kinder im Vorschulalter durch das Bilderbuch-Kino ergänzt werden.

Der Aktionstag für soziale Gerechtigkeit brachte neben dem fröhlichen Mitwirken von Kindern auch konkrete Wünsche zur Stadtgestaltung mit sich, wie den Wunsch nach einer Blinden-Leitspur im Straßenverkehr. Besonders positiv wurde die Zusammenarbeit mit den Schulen vermerkt. Beliebt ist nach wie vor die Schreibwerkstatt für Realschüler und die Lesungen, ausgerichtet auf die Grundschulen. Im Bildungsbereich für Erwachsene wird der Sprachkurs für ausländische Interessenten unter Ingrid Ehlert noch gut angenommen. Außergewöhnlich gut „eingeschlagen“ sei die Aktion Adventskalender mit den in zeitaufwändiger Eigenarbeit erstellten kleinen Kunstwerken. Ihr erstaunlich hoher Abverkauf ergänzte die Fördervereinskasse  mit über 500 Euro.

Bewährte Aktionen sind
weiter im Programm

Eva Scholand fasste die Pläne für das laufende Jahr überwiegend zusammen mit der sicheren Prognose: „Was sich an Aktionen bereits fest eingespielt hat, steht auch weiterhin auf unserem Programm. Wir werden aber bemüht sein, alle absehbaren Entwicklungen aufmerksam zu prüfen.“ Nicht zu übersehen ist ihrer Meinung nach der Trend, wie sich Literatur und die digitalen Quellen immer enger verknüpfen. Wichtige Überlegungen betreffen auch die Bedürfnisse Jugendlicher. Eine Umgestaltung im Lesesaal böte sich an, dort einen Rückzugsort für junge Besucher einzurichten, in dem auch ein digitaler „Spieleblock“ Platz haben könnte.

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