Bilanz: Feuerwehr: Zahl der Einsätze steigt

Bilanz : Feuerwehr: Zahl der Einsätze steigt

Die Einsatzkräfte mussten im vergangenen Jahr 318 mal ausrücken. Im laufenden Jahr sind es schon mehr als 90 Einsätze.

Die Freiwillige Feuerwehr Burscheid muss immer mehr Einsätze bewältigen. Die geradezu explosive Entwicklung der Zahlen präsentierten die Ehrenamtler am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung. Waren es im Jahr 2011 noch 143 Einsätze, die über das Jahr für Alarmierungen sorgten, sind es im vergangenen Jahr 318 gewesen. Und das Jahr ist gerade erst zweieinhalb Monate alt, da musste die Wehr erneut 91mal ausrücken.

Besonders dramatisch entwickelt hat sich die Zahl der Wasser- und Sturmeinsätze. Zumeist wegen umgeworfener Bäume oder abgebrochener Äste musste die Feuerwehr 73mal Hilfe im vergangenen Jahr leisten. Im Jahr 2017 waren es 31 Einsätze dieser Art, ein weiteres Jahr davor 21. Und aktuell hat die Feuerwehr allein durch die Stürme der vergangenen Tage bereits die Zahl von 2017 erreicht.

Bürgermeister Stefan Caplan, der zwischen Stadtbrandmeister Achim Lütz und dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Roger Machill Platz genommen hatte, prognostizierte am Freitagabend: „Das sind wohl die Auswirkungen des Klimawandels, die in Zukunft verstärkt Auswirkungen auf ihre Einsätze haben werden.“ Allerdings versprach er für Kommunalpolitik und Verwaltung, die Helfer nicht allein zu lassen. „Wir werden sie weiter unterstützen. Wir sind sehr, sehr stolz auf sie.“

Steigende Zahlen
bei den Verkehrsunfällen

Ebenfalls die Verkehrsunfälle haben einen immer größeren Anteil an den Einsatzzahlen, wenn auch die dramatischen Unfälle mit den fatalen, häufig auch tödlichen Folgen, deutlich zurückgegangen sind. Dennoch: 2018 gab es 53 Einsätze dieser Art, nach 37 im vorvergangenen Jahr. All diese Einsätze fallen unter den Oberbegriff Technische Hilfeleistungen, die mit der Aufgabe der Feuerwehr in ihren Ursprüngen kaum noch etwas gemein haben: Denn etwa nur jeder zehnte Einsatz ist noch auf ein Feuer zurückzuführen. 38 Einsätze dieser Art gab es, darunter ein so genannter Großbrand auf dem Thomashof.

Der stellvertretende Wehrchef Klaus Kopisch, der wegen einer Erkrankung persönlich nicht anwesend sein konnte, sieht in der immer weiter steigenden Anzahl der Einsätze „die Grenze des Zumutbaren fast erreicht“. Dabei gehe es in erster Linie nicht um die technische Bewältigung und das Personal. Vielmehr müssten Funktionsträger die Einsätze dokumentieren, statistisch auswerten sowie Übungsdienste vorbereiten und organisieren.

Hinzu müssten selbst Lehrgänge besucht und der eigene Nachwuchs ausgebildet werden. Kopisch: „Hier müssen Lösungen gefunden werden, um unsere Arbeit zu erleichtern, von rein ehrenamtlichen Kräften ist dies bald nicht mehr zu bewältigen, zumindest nicht zu 100 Prozent.“

Hilfe soll jetzt unter anderem von einer Unterstützungsabteilung kommen, die am Freitagabend quasi als fünftes Standbein neben den vier Löschzügen ins Leben gerufen wurde. Die Gründungsmitglieder sind drei Feuerwehrfrauen: Anne Friedrichs, Laura Brosewski und Yvonne Kolbe. Die Wehr setzt nun darauf, dass Menschen als weitere Unterstützer der Wehr hinzukommen, die nicht die herkömmliche Feuerwehr-Laufbahn einschlagen oder absolviert haben müssen. „Früher wollten wir immer, dass jeder, der sich uns anschließt, auch Feuerwehrmann wird“, erläutert Achim Lütz.

Hier seien die Regularien nun gelockert. „Wir suchen beispielsweise IT-Spezialisten oder KfZ-Experten, die sich um die Bereiche Fahrzeuge oder Büroarbeit kümmern, aber nicht zu Einsätzen raus müssen.“ Interessenten finden entsprechende Kontaktmöglichkeiten auf der Homepage der Wehr.

Am vergangenen Wochenende gab es bereits die nächsten Einsätze für die Burscheider Feuerwehr. So musste diese am Samstagnachtmittag die Rettungskräfte mit ihrer Drehleiter unterstützen, als eine Frau in Benninghausen auf das Vordach eines Gebäudes gefallen war und sich dabei Verletzungen zugezogen hatte. Dazu kam noch der Gaseinsatz in Burscheid.

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