Sturm: Feuerwehr kritisiert Verhalten der Autofahrer

Sturm : Feuerwehr kritisiert Verhalten der Autofahrer

Bäume umgekippt: Drehleiter musste bei Einsatz am Sonntag auf der A1 sogar hinter unbesetzten Autos warten.

Sturm Eberhard zog am Sonntag mit Orkanböen über NRW hinweg und richtete auch in Burscheid zum Teil große Schäden an. Um 13.12 Uhr erhielt die Leitstelle in Bergisch Gladbach den ersten Anruf besorgter Burscheider, worauf der Löschzug Stadtmitte alarmiert wurde. „Zu diesem Zeitpunkt war das Ausmaß des Sturms im weiteren Verlauf noch nicht absehbar“, so Feuerwehrsprecher Jens Knipper. Kurze Zeit später seien die Einsatzmeldungen zeitweise fast im Minutentakt gekommen. Bis zum Abend mussten alle vier Löschzüge der Burscheider Feuerwehr 27 wetterbedingte Einsätze abarbeiten. Bei den meisten lagen Bäume auf Straßen und Wege, in Nüxhausen schräg an einem Haus.

Feuerwehr musste mehrmals
auf die Autobahn ausrücken

Auch auf die Autobahn musste die Feuerwehr mehrmals fahren. In Fahrtrichtung Dortmund wie auch in Richtung Leverkusen lagen immer wieder Bäume auf der Fahrbahn, meist auf dem Standstreifen. Am frühen Abend blockierten zwei große Bäume sogar die gesamte Fahrbahn. Alle drei Fahrspuren waren kurz vor dem Kreuz Leverkusen blockiert, sodass sich der Verkehr schnell auf mehrere Kilometer zurückstaute. Da die Hilfseinsätze parallel liefen, konnte anfangs nur die Besatzung eines Fahrzeug den Einsatz abarbeiten. Später wurde noch die Drehleiter dazu geholt, in der Hoffnung die Fahrbahn schnell vom Holz befreien zu können. Doch bereits auf der Anfahrt gab es große Probleme. Die nicht gebildete Rettungsgasse habe die Einsatzkräfte auf ihrer Anfahrt massiv behindert, sodass es nur mit Schritttempo vorangegangen sei. Zeitweise habe die Feuerwehr ganz stoppen müssen, da es einige Autofahrer für unnötig gehalten hätten, sich in ihren Fahrzeugen aufzuhalten.

„Solch ein Verhalten macht nicht nur fassungslos, sondern auch wütend“, erklärt der stellvertretende Wehrleiter Klaus Kopisch die Situation auf der Autobahn. „Hier ging es zum Glück nur um Bäume und nicht um Menschenleben. Man kann solch ein Verhalten nicht nachvollziehen.“ Letztlich bahnten sich die Kräfte einen Weg durch den Stau und beseitigten die umgestürzten Bäume. Bis zum Abend staute sich der Verkehr dennoch auf mehrere Kilometer zurück.

Technische Werke Burscheid ebenfalls im Einsatz

Gestern waren in Burscheid laut Technische Werke keine Straßen mehr gesperrt. Ein Baum musste noch am Panoramaradweg etwa in Höhe Megafon beseitigt werden, weiteres Gehölz an der Max-Kohl-Straße Richtung Benninghausen.

In Bergisch Gladbach waren die Kräfte der Feuerwehr von 13 bis 23 Uhr auf den Beinen, um insgesamt 131 Einsatzstellen abzuarbeiten.

Auch die S-Bahn-Linie der S11 sowie die KVB-Linie 1 waren betroffen und nach Einsatzende der Feuerwehr noch nicht wieder verkehrstauglich.

Im Einsatz waren rund 140 Einsatzkräfte der Feuerwehr Bergisch Gladbach und des THW Bergisch Gladbach. Die Verpflegung der Einsatzkräfte wurde vom DRK übernommen. Red

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