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Ferienangebot: Sprachbarrieren sind kein Hindernis

Ferienangebot: Sprachbarrieren sind kein Hindernis

Eine Gruppe internationaler Jugendlicher begleitet ein Ferienangebot für Grundschüler.

Burscheid. „Das ist jetzt genau das Gegenteil von dem, was wir in der vergangenen Woche gemacht haben“, sagt der 16-jährige Vlad. Der Rumäne nimmt gemeinsam mit elf weiteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus neun Ländern an einem Workcamp der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD) in Burscheid teil, das von Johnson Controls unterstützt wird.

In der ersten Woche haben die jungen Leute gemeinsam mit den Bewohnern des Evangelischen Altenzentrums ein internationales Gemeinschaftsfest veranstaltet, seit Montag sind sie an der Montanusschule im Einsatz und begleiten das Ferienangebot „Verantwortungsvoller Umgang mit der Natur“ für Grundschüler.

„Die Kinder haben so viel Energie, ich bin am Ende des Tages viel müder als letzte Woche. Aber ich mag den Umgang mit den Kindern und freue mich, wenn ich sehe, dass sie auch Spaß haben“, sagt Vlad und wird von einem der Grundschüler direkt per Handzeichen aufgefordert, dass er ihn fangen soll.

Organisiert hat das Grundschulcamp der Förderverein für Betreuungsangebote der Grundschulen in Dierath, Hilgen und Burscheid. Begleitet wird es von vier Mitarbeitern. „Es ist toll, wie offen die Kinder und die jungen Leute trotz der Sprachbarrieren miteinander umgehen“, sagt Betreuerin Gundel Heyder. „Und die Kinder lernen so schnell. Einige von ihnen können schon jetzt auf Koreanisch und Italienisch von eins bis zehn zählen.“

„Ich habe Englisch schon in der Schule gelernt“, sagt der siebenjährige James. „Und wenn ich etwas nicht weiß, frage ich Johannes.“ Dieser leitet das Camp der IJGD zusammen mit der 20-jährigen Serbin Natalija. „Zur Not geht die Verständigung auch über die Körpersprache. Wenn die Kinder spielen wollen, können sie das auch ohne Worte mitteilen“, sagt der 22-Jährige.

So sieht es auch die zehnjährige Maja: „Anfangs waren alle etwas schüchtern, doch das hat sich schnell gelegt. Wenn man sich nicht verstanden hat, konnte man immer noch Zeichen machen.“

Während einige Teilnehmer des IJGD-Camps im Laufe der Woche abwechselnd mit Gartenarbeit beschäftigt sind, basteln die Fünf- bis Elfjährigen parallel mit anderen von ihnen in den Schulräumen.

Zusätzlich gibt es gemeinsame Ausflüge. In den letzten Tagen waren sie unter anderem im Wildpark Reuschenberg, in den nächsten Tagen nehmen sie an einer Führung durch die Lambertsmühle teil. „Die jungen Leute sollen schließlich unsere Kultur hier kennenlernen“, sagt Gundel Heyder. Auch eine bergische Kaffeetafel ist noch geplant.

„Die Woche war schon jetzt sehr abwechslungsreich“, findet Nina. „Es ist zwar eine Grundschulbetreuung und wir sind ja keine Grundschüler mehr, aber es hat uns trotzdem sehr viel Spaß gemacht“, sagt die Zehnjährige, die nach den Sommerferien zum ersten Jahrgang der neuen Gesamtschule in Burscheid zählt.