Burscheid: Familie Claas gibt das Autohaus ab

Burscheid : Familie Claas gibt das Autohaus ab

Das Burscheider Unternehmen mit langer Tradition ist von Lauer & Süwer übernommen worden. Der Umbau des Hauses ist in den letzten Zügen.

Burscheid. Es ist Hans Dieter Claas nicht leichtgefallen, sein Autohaus aus den Händen der Familie zu geben. Das sagt er. Und das nimmt man ihm ab. Trotzdem hat er es getan. Und zwar an den Nachbarn von der gegenüberliegenden Straßenseite. „Seit etwas mehr als einem Jahr waren wir im Gespräch“, sagt Claas — jetzt ist es offiziell. Mit einem Schreiben an seine Kunden hat er diese Woche bekannt gegeben, was seit vergangener Woche schon an den Wänden und Schildern des Hauses zu lesen ist. Das Autohaus Claas hat sich jetzt mit dem Autohaus Lauer und Süwer zusammengeschlossen. Und das schon seit dem 1. September.

Mit der Übernahme des Hauses gibt es einige Veränderungen. Aber Entlassungen gehören nicht dazu. „Das war ein ausschlaggebender Punkt für mich, dass meine Leute nicht auf der Straße sitzen“, sagt Hans Dieter Claas, der das seit 1928 bestehende Unternehmen seit 1985 geleitet hat. Dafür wurde in den vergangenen vier Wochen umgebaut. „Es war ein Rohbau hier drinnen“, sagt Karsten Süwer, der den Umbau organisiert hat. Deswegen habe man auch die Kunden nicht direkt informieren wollen, sondern erst dann, wenn es etwas zu sehen gibt.

Jetzt ist aus dem VW- und Skoda-Händler einer mit elf Marken geworden. In der Halle stehen Wagen von Fiat und Jeep. Die Werkstatt hat eine neue Hebebühne bekommen, die um 20 Zentimeter abgesenkt wurde, damit auch Nutzfahrzeuge Platz darauf finden. Zudem wird bis Februar die Werkstatt um 200 Quadratmeter vergrößert. Martin Lauer, Geschäftsführer, sagt, insgesamt sei eine halbe Million Euro investiert worden.

Schon ab dem 1. November werden alle Mitarbeiter bis jetzt noch auf der anderen Straßenseite arbeiten, am Standort des Autohauses Claas eingesetzt. Im alten Gebäude, das Lauer und Süwer seit 2003 gemietet hatten, läuft zum 1. Januar der Vertrag aus. „Der Standort wäre zu klein geworden. Um weiter fünf Jahre zu verlängern hätte keinen Sinn gemacht“, sagt Lauer.

Am neuen Standort habe man jetzt genug Platz. Die Herausforderungen seien jetzt andere, sagt Lauer. „Wir haben schon Gedanken gemacht, ob die Kunden abgeschreckt sind“ — etwa von den neuen Marken und der neuen Firma. Aber bisher seien die Rückmeldungen positiv.

Vielleicht auch, weil Hans Dieter Claas nicht ganz weg ist. Sowohl der Firmenname bleibt erhalten als auch der Service der Firma — ebenso wie Claas selbst, der noch drei Jahre beratend tätig sein wird. Selbst sein Vater ist noch in dem Unternehmen anzutreffen. Otto Claas sagt scherzend, man habe ihn übernommen. „Als Ehrenpräsidenten.“ Die Familie Claas ist also weiter nicht wegzudenken aus dem Autohaus an der Hauptstraße.

Mehr von Westdeutsche Zeitung