Erster großer Riss durch das junge BfB

Erster großer Riss durch das junge BfB

Vorsitzender Aki Papazoglou und zwei weitere Vorstandsmitglieder ziehen sich aus dem Bündnis zurück.

Burscheid. Knapp drei Jahre nach seiner Gründung offenbart das Bündnis für Burscheid (BfB) massive innere Spannungen. Vorsitzender Aki Papazoglou, der 2. stellvertretende Vorsitzende Stefan Bublies und Geschäftsführer Roman Allkämper haben ihren Rückzug aus Vorstand und Fraktion angekündigt und werden das BfB verlassen. Papazoglou und Bublies wollen ihre Ratsmandate aber als unabhängige Ratsmitglieder behalten.

Anlass für den Schritt sind offenbar Auseinandersetzungen über die Arbeitsverteilung. Fraktionsvorsitzender Michael Baggeler räumt selbst ein, im zurückliegenden Jahr „größeren Druck aufgebaut“ zu haben. Doch anscheinend sind seine Forderungen nach stärkerem Engagement und organisatorischen Umstellungen nicht auf die gewünschte Resonanz gestoßen.

An inhaltlichen Differenzen habe es jedenfalls nicht gelegen, beteuerte Baggeler. Einzig Bublies habe immer die Einzelmeinung vertreten, gegen den Neubau eines Jugendzentrums zu sein.

Während Papazoglou seinen Schritt damit begründete, „wachrütteln“ und gerade damit einen Exodus wie vor drei Jahren bei der CDU verhindern zu wollen, zeigte sich Baggeler von dem Zeitpunkt der Erklärung überrascht: „Das ist ein sehr harter Schritt, der nicht notwendig war.“

Baggeler und Papazoglou waren am Dienstag bemüht, den Bruch nicht auf die persönliche Ebene zu heben. Es habe am Montag noch einmal ein längeres konstruktives Gespräch miteinander gegeben.

Darin unterbreitete Baggeler das Angebot, trotz des Austritts könnten der Sportausschuss-Vorsitzende Papazoglou und Bublies auch als Unabhängige die Mitarbeit in der Fraktion fortführen.

Baggeler: „Das Angebot ist nicht abgelehnt worden.“ Auch mit Bublies und Allkämper sollen Gespräche folgen. Rechtlich hat die BfB-Fraktion keinen Anspruch auf die von Papazoglou und Bublies besetzten Ausschusssitze.

Zunächst kommissarisch wird der stellvertretende Vorsitzende Volker Höttgen an die Spitze des BfB rücken. Seine Stellvertreter werden Bernhard Cremer und Peter Wingen, neuer Geschäftsführer Thomas Kaps. Mit weiteren Austritten rechnet Baggeler nicht: „Es wird keine Erosion geben. Das BfB ist eine Erfolgsgeschichte und wird es bleiben.“

Er fühle sich in dem Bündnis nach wie vor wohl. Gerüchte, der frühere CDU-Vorsitzende erwäge eine Rückkehr in seine alte Partei, wies er vehement zurück. „Das hat auch nicht im Ansatz zur Diskussion gestanden.“

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