Eine Firma kämpft gegen Krebs

Eine Firma kämpft gegen Krebs

Wiedenhoff hilft seit Jahren der Knochenmarkspender-Datei (DKMS). Schon drei Spender wurden gefunden.

Burscheid. Gute Taten gehören zum täglichen Geschäft in der Firmenwelt. Doch hinter der Spendenflut steckt häufig nicht nur unternehmerischer Sponsoring-Geist, sondern glaubwürdiges Engagement — und manchmal auch ein erfolgreiches.

Das Busunternehmen Wiedenhoff beispielsweise hat durch jahrelange Unterstützung der Deutschen Knochenmarkspender-Datei (DKMS) nicht nur die Organisation finanziell unterstützt, sondern direkt Blutkrebs-Patienten geholfen. Bei zwei Typisierungsaktionen mit rund 400 Spendern, die die Verantwortlichen von Wiedenhoff selbst in Witzhelden organisierten, konnten drei Spender ausfindig gemacht werden.

Deren Gewebemerkmale passten zu Opfern, die dringend auf eine Spende warteten. „Das ist prozentual eine sehr hohe Trefferquote“, erklärt Constantin Wiedenhoff (29), Mitglied der Geschäftsführung des Hauses nicht ohne Stolz. Die DKMS habe das Unternehmen über diese erfolgreichen Spenden informiert, dürfe aber die Namen der Patienten nicht verraten.

„Das ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich“, ergänzt der 29-Jährige. Allerdings wisse man, dass die spätere Transplantation von Stammzellen einem Kind und zwei Erwachsenen zugute kam. Ob die Patienten mittlerweile geheilt seien, wisse man ebenfalls nicht. Eine Identifizierung der Patienten und eine Zusammenführung mit den Spendern sei vielleicht in einigen Jahren möglich.

Doch darum gehe es dem Hause Wiedenhoff nicht. Durch einen Krebsfall in der Familie sei das Engagement ausgelöst worden, jetzt nutze man jede Möglichkeit aus eigener Betroffenheit, den Blutkrebs-Patienten zu helfen. Ob beim 75-jährigen Firmenbestehen 1999, bei der 825-Jahr-Feier Witzheldens, bei dem erneuten Unternehmensjubiläum in diesem Jahr (90 Jahre) — oder aber bei Einzelschicksälen wie bei dem im vergangenen Jahr an Blutkrebs erkrankten achtjährigen Jungen aus Leverkusen.

„Da schmeißen wir natürlich sofort unser Netzwerk an“, sagt Wiedenhoff. Gemeint ist in diesem Fall der Aushang von Spende-Aufrufen in den Bussen der Firma, die damit naturgemäß eine besonders hohe Aufmerksamkeit erzielen.

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