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Geschichte: Ein Spaziergang durch Hilgen in Schwarz-Weiß

Geschichte : Ein Spaziergang durch Hilgen in Schwarz-Weiß

Die „Heimat“ bildet der Initiativkreis „Hilgen lebt“ an mehreren Bilder- und Filmabenden ab. Auftakt war am Montagabend.

Uraltes Hilgen – immer auf dem neuesten Stand. Im Gastraum vom „Alten Bahnhof“ verfolgten am Montagabend etwa vierzig Besucher den fotografischen Spaziergang durch die Höfe und Straßen von Burscheids größter Ortschaft. Eggert Schiffler und seine Helfer vom Initiativkreis  „Hilgen lebt“ haben eine Dokumentation erstellt, in der selbst geborene Hilgener manche Vorgeschichte zum ersten Mal bebildert sahen. Viel Vorarbeit war nötig, um die historischen Gebäude und ihren Standort, ihrer späteren Umgestaltung bis zum aktuellen Stand einander zuzuordnen.

Aus den Jahrhunderten, die noch ohne Fotografie auskamen, existieren alte Dokumente und Zeichnungen; darunter eine Abgabenliste von 1510, in der ein Ernt op dem Hilgen namentlich erwähnt ist. 1862 war eine Feuerlösch-Pumpe noch in Betrieb, von der zu hoffen blieb, dass sie rechtzeitig den Brandherd erreichte. Von den Kutschpferden der Posttransportkarren blieben ebenso nostalgische Fotos übrig wie von den Öfen der Dampf-Ziegelei hinten den Bahngleisen.

Welche schildbürgerlichen Auswüchse manchmal kleinbürgerlicher Stolz haben kann, ist noch heute an der Einbiegung B 51/Witzheldener Straße zu entdecken. Das ehemalige Postgebäude trägt noch immer den Mini-Turm. „Wenn Hilgen schon keine Kirche haben kann, weil andere uns zuvor kamen, wollen wir wenigstens einen eigenen, hübschen Turm, auch wenn dort nie eine Glocke zum Gottesdienst läuten wird.“

Ein wirklich kompaktes Gebäude – und damit ein für viele die notwendige Arbeitsstelle – fiel einem winziges Versehen zum Opfer. Die Kerzenfabrik brannte bis auf die Grundmauern nieder, weil jemand vergaß, ein einzelnes brennendes Wachslicht zu löschen.

Mit großer Anteilnahme sah auch Edith Zessin die Bildshow an. Sie wohnt seit 1945 in Großbruch und  kennt Hilgen „wie ihre Westentasche“. Eine Besucherin erzählte heiter: „Als ich vor 30 Jahren aus der Großstadt hierher zog, wollte ich eigentlich wieder dorthin zurück. Ich bin geblieben – und inzwischen ist das, was ich vermisste, bis zu uns hergekommen.“

Außer Gebäuden und Straßen prägten besondere Menschen den Alltag, wie zum Beispiel Gemeindeschwester Alwine Berger. Mit ihrem Mofa knatterte sie durch den Ort. Sie war die erste Frau, die dem Burscheider Stadtrat angehörte und prägte etwa sechzig Jahre die Geschichte der Stadt mit. Eggert Schifflers Fazit: „Auch in Zukunft wird sich Hilgen verändern, weil es lebendig ist.“

Weitere Veranstaltungen: 13. Mai (Rückblick auf 100 Jahre TGH), am 14. Oktober (Rückblick auf 500 Jahre Hilgen) und am 18. November (Balkan Express).