Ein Rahmen für gute Musik

Ein Rahmen für gute Musik

Mit dem Weihnachtsoratorium feiert die Konzertreihe am Samstag in der Kirche am Markt ihre 100. Ausgabe.

Burscheid. Als 2003 das 50. Konzert der Reihe „Klangwege“ gefeiert wurde, lud Kantorin Silke Hamburger die beiden Burscheider Renommierorchester Musicalische Academie und Orchesterverein Hilgen zum Jubiläumskonzert ein. Bei der 100. Ausgabe am Samstag wird es diesmal den Brückenschlag zur heimischen Chorlandschaft geben: Beim Weihnachtsoratorium, Teil 1 bis 3, singt nicht nur die Kantorei, sondern auch die Chorgemeinschaft Burscheid.

Als „Konzerte der Evangelischen Kirchengemeinde Burscheid“ werden die Klangwege stets angepriesen. Der prägende Kopf dahinter war von Beginn an Silke Hamburger. Im Sommer 1996 kam sie als 30-Jährige von Berlin nach Burscheid, an ihrem 31. Geburtstag am 8. September 1996 eröffnete sie die Konzertreihe mit einer Orgelmusik.

Der Name ist eine heimliche Verbeugung vor Hamburgers früherer Berliner Wirkungsstätte, der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche am Kurfürstendamm, wo sie acht Jahre als Assistentin tätig war. Aus der Abkürzung KWG wurden die Klangwege. Auch der Posaunenengel, Logo der Reihe und Anspielung auf den Kanzel-Engel in der Kirche am Markt, wurde von Hamburger skizziert.

„An erster Stelle für die Gemeinde und an zweiter Stelle für Burscheid“ sei die Reihe konzipiert, sagt die Kantorin. Unter dem Dach der Klangwege findet sich dabei nicht nur Kirchenmusik, sondern auch viel Weltliches. „Musik und Rezitation“ gehört seit 1997 ebenso dazu wie das 1999 fest in Hilgen etablierte Café Nostalgie mit seinen Schlagern. Sechs- bis achtmal im Jahr sind die Klangwege schlicht der Rahmen für „gute Musik“, wie Hamburger sagt — und auf diese Weise längst eine Marke im Kulturleben der Stadt geworden.

Dass es bei der 100. Ausgabe festlich zugeht, ist da nur angemessen. Die ersten drei Teile des Bach’schen Weihnachtsoratoriums sind nach 1997 schon zum zweiten Mal innerhalb der Klangwege zu hören. Damals folgten zwei Jahre später die Teile vier bis sechs. Ob das auch diesmal so sein wird, ist noch offen.

Sicher ist aber, dass das Jubiläum im Anschluss an das Konzert am Samstag noch mit einem Empfang im Gemeindesaal gefeiert wird.