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Portugiesen: „Ein großer Gewinn für Burscheid“

Portugiesen : „Ein großer Gewinn für Burscheid“

Bürgermeister Stefan Caplan und Generalkonsul José Carneiro Mendes sprachen Worte des Dankes gestern zur 50-Jahr-Feier der portugiesischen Gemeinde. Schon am Abend wurde gefeiert.

Missa em acao de gracas! Mit einer großen Danksagungsmesse begann gestern Morgen die Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen der Portugiesischen katholischen Mission Burscheid. Bereits am Vorabend wurde das Jubiläum mit einem Fado-Konzert in der Kirche eingeläutet.

Zu den ständigen Messebesuchern am Sonntag kamen dann so viele Gäste aus dem gesamten Einzugsgebiet der Kölner Zentrale dazu, dass auch Stehplätze besetzt waren. Wenn der rituelle Ablauf auch diesmal gleich blieb, bot das zweisprachige Programmblatt eine gute Verstehens-Hilfe. Choräle und  zeitnahe Glaubenslieder vertieften die gelesenen Texte und wurden sowohl vom Kirchenchor St. Laurentius wie vom portugiesischen gemischten Chor gesungen.

Auf dem Gelände um die Kirche wartete bereits die große Auswahl an herzhaften und süßen Genüssen. Ein hervorragender Punkt im Ablauf bestand in der Ehrung von vier Mitgliedern der portugiesischen Gemeinde, denen bereits seit einigen Jahrzehnten die Belange der „Mission“ besonders am Herzen lagen. In seiner Laudatio sprach Bürgermeister Stefan Caplan noch einmal von der Gründungszeit.„Bereits 1964 bot Deutschland über hunderttausend Portugiesen an, hier Arbeit und Verdienst zu finden. Aus dieser Zeit  blieben etwa tausend in Burscheid – hauptsächlich als Beschäftigte der Goetze-Werke. Dass sie ihrer heimatlichen Tradition verbunden bleiben wollten und dies durch einen starken Zusammenhalt bekräftigten, war für Burscheid ein großer Gewinn. Der gegenseitige Respekt war mit die Grundlage für ein gedeihliches Miteinander.“

Als prominenter Gast versicherte auch José Manuel Carneiro Mendes, Generalkonsul von Portugal in Deutschland, der Jubiläumsgemeinde und der Stadt Burscheid seinen überzeugenden Dank in seiner Muttersprache. Mit traditionellen Tänzen in  farbenfrohen Trachten zu instrumentaler Begleitung begeisterte zum Abschluss die  Gruppe Quinas de Portugal (Düseldorf) unter Leitung von Oscar Pais.

Mehr als 100 Besucher beim Jubiläums-Eröffnungskonzert

Gemeindevorstand Manuel Machado begrüßte schon am Samstag mehr als hundert Besucher zum Jubiläums-Eröffnungskonzert. Portugiesische Musik und Gesang hat ihren Höhepunkt in den eigenwilligen „Fado“. Wie der Name verrät, gehen hier die „Lieder von Schicksal, Leid und Sehnsucht“ über das übliche Volkslied-Genre hinaus. Ana Ferreira spezialisierte sich nach ihrem Studium klassischer Musik auf diese Art Musik. Ihr weicher,  kräftiger Alt wurde umrahmt von der unglaublichen Fingerfertigkeit Miguel Bragas auf den Saiten der Sistar und dem harmonischen Unterbau der Töne durch Joachim Canico.

Als Fado-Trio sind sie in der kompletten BRD bekannt. In Burscheid zeigten sie zum ersten Mal, wie portugiesische Mentalität sich im typischen Fado-Stil wiederfindet. Ohne Mikrofon trug Ferreira ihre Chansons vor, als würde sie die bewegenden Geschichten jedem Zuhörer persönlich erzählen. Die Zuhörer ließen sich im Kirchenschiff  einladen, einige Rhythmen   mitzuklatschen.