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Ehepaar Kapust: Goldhochzeit zum 85. Geburtstag

Ehepaar Kapust: Goldhochzeit zum 85. Geburtstag

Die bekannte Burscheider Unternehmerfamilie hatte einst einen Großhandel für Leuchtmittel.

Burscheid. Wenn der Geburtstag des Ehemannes zugleich das Heiratsdatum ist, dann hat das zumeist einen rationalen Grund. „Damit du unseren Hochzeitstag nicht vergisst“, erklärte Gertrud Kapust (geb. Zeller) vor 50 Jahren ihrem künftigen Gatten. Nun ist dieser Tag, den Siegfried-Franz Kapust sicher nicht vergessen hat, weil es der Tag der Goldhochzeit ist, an dem er seinen 85. Geburtstag feiert.

Vieles von dem, was die Eheleute sonst nicht vergessen haben, werden die Kinder, Enkel, Urenkel und Freunde, die am Dienstag Gäste der Bergischen Kaffeetafel im Hotel Heyder sein werden, aufmerksam verfolgen — und womöglich auch schon häufiger gehört haben. Spannende Erinnerungen an ein pralles, ausgefülltes Leben, in dem der berufliche Erfolg des 85-jährigen eine große Rolle gespielt hat: „Wir haben etliche Millionen umgesetzt“, erklärt Kapust, erinnert unter anderem als Geschäftsführer seiner Handelsagentur für Leuchtmittel aber auch an seine Verantwortung gegenüber 35 Beschäftigten.

Das war in der ersten Phase seiner beruflichen Tätigkeit und späteren Selbstständigkeit. Als Zentraleinkäufer bei der Kaufhof-Tochter Kaufhalle mit 86 bundesweiten Filialen begann er nach einer Tätigkeit bei Rosenthal seinen beruflichen Erfolgsweg. „Damit begann auch mein Leben mit dem Koffer.“ Aber auch seine Liebe zu seiner späteren Ehefrau Gertrud. Sie erschien als Vertreterin zweier Lampenfirmen eines Tages in der Kölner Filiale. Geschäftliche Vereinbarungen wurden schnell getroffen — und wenig später der private Lebensweg geschmiedet.

Mit dem gemeinsamen Wissen und den Kontakten gründete Kapust wenig später eine eigene Handelsagentur an der Hauptstraße in Burscheid. Da die Nachfrage immer größer wurde, expandierte der gebürtige Essener. Angemietet wurden unter anderem der Güterbahnhof in Burscheid und der in Hilgen. Hinzu kamen später eine Thiel-Halle und eine in Monheim.

Zum Portfolio, wie das heute heißt, gehörten unter anderem Haushaltswaren, Autopflegemittel (mit der Eigenmarke „Kapust“), Geschenkartikel und — als hauptsächliches Standbein — Leuchtmittel. Hauptabnehmer waren die Industrie und Warenhäuser wie Hertie, Horten und Woolworth.

Nach gesundheitlichen Problemen übergab Kapust das Geschäft an seine drei Prokuristen und setzte später mit einer eigenen Handelsagentur seine Geschäfte fort. Kunden waren zumeist in der Leuchtmittelindustrie. „Ich bin im Jahr fast 100 000 Kilometer mit dem Auto gefahren.“ Fast zwangsläufige Folge: „Dann habe ich einen Herzinfarkt bekommen und es war Schluss.“ Das war 2005.

Kapust: „Wir haben damals immer gesagt, alles bleibt so wie es ist. Jetzt genießen wir jeden Tag.“ Mit vielen Erinnerungen an Kreuzfahrtreisen 20 Jahre in jedes Weltmeer. Das geht aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Gertrud Kapust ist in diesem Jahr 92 Jahre alt geworden. Ihre Liebe gilt der Aquarellmalerei. Und ihren Kindern (zwei Söhne und eine Tochter), zehn Enkeln und vier Urenkeln.