Burscheid: Dürfen wir vorstellen: Unser Bürohund Jack

Burscheid: Dürfen wir vorstellen: Unser Bürohund Jack

Hunde im Büro liegen im Trend. Unser Redaktionshund Jack begleitet den Alltag des Bergischen Volksboten schon seit fast zehn Jahren.

Burscheid. Sie wirken sich positiv auf den Menschen aus, regen die Oxytocinproduktion im menschlichen Organismus an und verbessern so die psychische und körperliche Gesundheit. Und damit bewahren sie viele vor der Volkskrankheit Burnout: Das jedenfalls behauptet der Bundesverband Bürohund. Studien bestätigten die positiven Auswirkungen eines Bürohundes jüngst und sorgten damit für einen medialen Bürohund-Hype.

Schlafen, wo andere arbeiten: Jack hat seinen Rückzugsort unterm Schreibtisch von Anzeigenberaterin Svenja Picard.

Das alles ist für die Mitarbeiter in der Redaktion des Bergischen Volksboten nichts Neues. Sie haben schließlich Jack. Jack ist mit seinen fast 15 Jahren ein richtiger Senior. In Rente geht der Jack Russell Terrier aber noch lange nicht: Seit zehn Jahren begleitet er sein Frauchen, Anzeigenberaterin Svenja Picard, jeden Tag in die Redaktionsräume. Nun ist es an der Zeit, den Bürohund einmal vorzustellen.

Foto: Doro Siewert

„Die Leute strahlen einfach, wenn ich sie mit Jack besuchen komme“, erzählt Svenja Picard. „Viele meiner Kunden haben bei Terminen schon die Leckerchen für ihn vorbereitet. Zuerst sehen sie den Hund, und dann erst am Ende der Leine die Frau Picard“, sagt sie lachend.

Jeden Morgen um 9 Uhr beginnt der Tag für das Gespann in der Redaktion. Für Svenja Picard bedeutet das Arbeit, für Jack: Schlafenszeit. Unter dem Tisch im hintersten Raum der Redaktion hat Jack sein Körbchen. Ein gepolstertes, mit Deckchen. Und darin hält er erst mal ein ausgiebiges Nickerchen. „Ich merke natürlich schon, dass er älter wird. Früher ist er viel mehr durch die Redaktion spaziert.“

Spazierengehen ist erst um 13 Uhr dran. Eine halbe Stunde laufen Picard und ihr Liebling dann durch den Ort. Wenn sie mal länger am Schreibtisch sitzt, erinnert Jack sie an die Laufpause. „Sein größter Tick: Er liebt es, seine Leine selbst zu tragen“, sagt Svenja Picard. Jack nimmt dann den Plastikgriff der ausziehbaren Leine ins Maul und wartet schwanzwedelnd an der Tür auf seine Besitzerin.

In der Redaktion wird Jack von allen sehr gemocht. Er hat ein freundliches, aber auch zurückhaltendes Wesen. Hakt es mal beim Schreiben eines Artikels? Aufstehen, Jack streicheln. Dann läuft es wieder.

Ein Lächeln zaubert so ein Hund fast allen aufs Gesicht. „Es ist in der Zeit nur ein Mal vorgekommen, dass mir bei einem Termin der Zutritt mit Hund verwehrt wurde“, erzählt Svenja Picard. Wenn sie einmal ohne Hund sein muss, dann passen ihre Mutter oder die Schwiegermutter auf Jack auf.

Sein Alter ist nur geschätzt, vielleicht ist er auch erst 14 Jahre alt. Die Leute im Tierheim, wo die Picards Jack vor zehn Jahren geholt haben, wussten das nicht genau. „Er wurde von einer Familie dort abgegeben, weil er angeblich versucht hatte, die Kinder zu beißen. Aber das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. In all den Jahren ist nie auch nur ansatzweise so etwas vorgefallen.“ Vielmehr sei Beißen die beste Begründung für Halter, die ihren Hund wieder loswerden wollen, um ihn im Tierheim abzugeben.

Jack hatte Glück. Hier in der Redaktion findet sein Alltag statt, seine Anwesenheit ist eine Bereicherung. Und wenn er die Kollegen auch noch vom Burn-Out bewahrt — umso besser.

Mehr von Westdeutsche Zeitung