Naturschutz: Drei Schafe auf der Weide gerissen

Naturschutz : Drei Schafe auf der Weide gerissen

Claudia Nolde vermutet Hunde hinter den tödlichen Attacken in den vergangenen Tagen.

Burscheid. Nur noch mickrige Überreste eines Schafs liegen auf der Weide einer Naturschutzfläche im Eifgental in Blecher. Ein paar Fellfetzen, ein paar dünne Knochen, mehr nicht. Das war am ersten Septemberwochenende bereits der dritte Fall eines getöteten Tieres, den Claudia Nolde und andere Haltergemeinschaften in den vergangenen Wochen auf Ausgleichs- und Naturflächen in und um Burscheid erleben mussten.

Foto: Siewert, Doro

Ein weiteres Tier hatte am Samstag Glück. Das Schaf, das derzeit auf einer eingezäunten Fläche an der Biologischen Station mit anderen Tieren weidet, überlebte den Angriff. Und Claudia Nolde, Landschaftspflegerin im Bergischen Land, die insgesamt 150 Mutterschafe hält, sieht nur eine mögliche Ursache dafür: „Es ist wieder mal ein Hund auf der Fläche gewesen“, glaubt sei. „Die Bissspuren am Hals lassen nur diese Erklärung zu.“ Zudem sei im ersten Fall vor sechs Wochen der Halter eines Hundes festgestellt worden, nachdem ein Tier gerissen worden sei. Ein Schaf einer „Kollegin“ von ihr auf einer Ausgleichsfläche in Pattscheid an der Grenze zu Bergisch Neukrirchen. Das war der erste Fall der aktuell vier Angriffe.

Ein weiterer ereignete sich kurz darauf auf der Ausgleichsfläche in Rötzinghofen an dem Regenrückhaltebecken. „Wir haben nur noch die Überreste gefunden“, sagt die Kürtenerin, die ihre Tiere im Auftrag der Behörden auf den Flächen weiden lässt. Landschaftsschutz ist ihr Auftrag in Kurzform, und Erhaltung der Regionalität in ihrer Ursprungsform auch mit entsprechenden Lebewesen. Für die Erhaltungszucht so genannter Bentheimer Landschafe bekommt sie Fördergeld vom Land NRW, zwei der getöteten Tiere von ihr seien aber Kreuzungstiere gewesen, die nicht in das Förderprogramm fallen. Und im jüngsten Fall habe es sich um ein männliches Tier gehandelt. Ein besonders wachsames Auge müsse sie auf Mutterschafe haben. Denn deren Bestand müsse sie nachweisen, um weiter gefördert zu werden. „Und es ist mit sehr viel Aufwand verbunden, an ein neues Tier zu kommen.“

Besonders empört ist Claudia Nolde darüber, dass vermutlich Menschenhand an der Jagd der Hunde nach den Schafen beteiligt sei. „Wir haben schon eindeutiges Hundespielzeug auf den Weiden gefunden.“ Das würde bedeuten, dass die Tiere gezielt auf die Areale gelockt würden, damit die Hunde ihren natürlichen Jagdinstinkt ausleben könnten. Dafür, dass Menschen sehr wohl wüssten, was ihre Hunde gemacht hätten, spreche zudem, dass keine Kadaver mehr zu finden seien, sondern nur noch Überreste. „Die Leute vertuschen Straftaten“, sagt Nolde. Jedes Grundstück sei zudem eingezäunt, Mit Fest-, Knotengitter- oder sogar E-Zäunen. Nur ganz selten komme es mal vor, dass Teile von Zäunen womöglich durch Wildschweine heruntergedrückt worden seien. „Wir haben ein gutes Netzwerk“, sagt die Kürtenerin, „Das wird uns sofort gemeldet.“

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