Zoo: Der Zoo als Wirtschaftsfaktor

Zoo : Der Zoo als Wirtschaftsfaktor

Im vergangenen Jahr kamen 841.000 Besucher, die Zahl der Jahreskarten stieg auf 41.000.

Zufrieden zeigt sich der Kölner Zoo mit seinem gestern präsentierten Jahresergebnis. Es ist eines der besten der vergangenen Jahre. Zwar kamen 2018 mit 841.000 Tagesbesuchern etwas weniger Menschen (2017: 882.000), dafür stieg die Zahl der verkauften Jahreskarten von 37.000 auf 41.000. Besonders viele Gäste kamen im Spätsommer und Herbst nach Riehl. Auch das China Light-Festival war nach Informationen des Zoos mit 100.000 Besuchern ein großer Erfolg.

Erbschaften
nehmen deutlich zu

65 Prozent der Einnahmen resultieren aus dem Ticketverkauf, 18 Prozent aus Zuschüssen und neun Prozent aus Spenden und Zuwendungen wie Erbschaften, deren Zahl deutlich zugenommen hat. Die in Eigenregie betriebene Zoogastronomie konnte 513.000 Euro erwirtschaften, der Zooshop 113.000 Euro. Diese Erlöse fließen zu 100 Prozent in die Zooarbeit.

Das Verhältnis des Eigenanteils des Zoos und den öffentlichen Zuschüssen hat sich in den vergangenen rund 20 Jahren deutlich verschoben. Waren es im Jahr 2000 noch 57 Prozent Eigenanteil und 43 Prozent Zuschüsse, ist deren Anteil im Vorjahr auf 18 Prozent gesunken. „Der Eigenanteil ist stetig angestiegen. Das bedeutet, wir haben solide gewirtschaftet“, sagt Zoochef Christopher Landsberg. Die Gesamtkosten des Zoos belaufen sich auf 19,5 Millionen im Jahr beziehungsweise 54.000 Euro pro Tag.

Als positiv kann auch das laufende Geschäftsjahr betrachtet werden, wozu auch der Babyboom im Zoo mit Nachwuchs bei den Flusspferden, den Seelöwen und den Persischen Leoparden beigetragen haben dürfte. Vom 7. Dezember bis zum 19. Januar wird es die Neuauflage des China Light-Festivals geben, wobei der Zoo viel Neues für das kommende Festival verspricht.

Zu den großen laufenden und kommenden Projekten zählen die gerade sanierte Löwenanlage, der Umbau der Tigeranlage, das neue Südamerikahaus und die neue Anlage für die Jaguare. Zum kommenden Jubiläumsjahr wird ein neuer Masterplan für den Zoo aufgestellt, der für die kommenden fünf bis zehn Jahre Gültigkeit haben wird. 2020 kann der Zoo sein 160-jähriges Bestehen feiern. Landsbergs Vorstandskollege Theo Pagel betont: „Wir erfüllen als Zoo wichtige gesellschaftliche Aufgaben wie die Erholung, die Bildung, die Forschung sowie den Natur- und den Artenschutz. Um diese inhaltlichen Aufgaben zu erfüllen, brauchen wir eine gute betriebswirtschaftliche Basis. Das macht die Unterstützung sinnvoll und ergibt einen Mehrwert für die Stadt und die Region.“

Welche Rolle der Kölner Zoo als Wirtschaftsfaktor spielt, wurde bei einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft deutlich, die gestern mit der Jahresbilanz präsentiert wurde. Der Zoo ist demnach ein regionaler Wirtschaftsmotor. Drei von vier dort generierten Euro Bruttowertschöpfung bleiben in Köln. Vier von fünf Jobs werden in Köln geschaffen beziehungsweise gesichert. Auch überregional schafft er, zum Beispiel durch die Investitionen in neue Anlagen, Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze. Jeder Euro Subvention der Stadt löst laut der Studie 14,50 Euro Wertschöpfung in Köln aus. Eine Million Euro Subvention der Stadt sichert demnach 330 Arbeitsplätze in der Stadt. Mit jedem Euro Zuschüsse werden laut den Experten drei Euro in die öffentlichen Kassen zurückgespült.

Untersucht wurde außerdem der Einfluss des Zoos auf den Tourismus in Köln. Der Gesamt-Tourismuseffekt beziffert sich mit Hinblick auf den Umsatz laut der Studie auf 110 Millionen Euro pro Jahr in der Region und rund 141 Millionen in Deutschland. Zootouristen sorgen für knapp 53 Millionen Euro Wertschöpfung in der Region. Daran hängen insgesamt 1438 Arbeitsplätze in der Region. Für diese Ergebnisse gab es eine große Umfrage bei Zoobesuchern.

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