Der Optimismus ist ungebrochen

Der Optimismus ist ungebrochen

Neun von zehn Unternehmen in der Region bewerten ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Doch laut IHK Köln mischen sich Sorgen um Handelsbarrieren und Zölle in die eigentlich positiven Aussichten der Wirtschaft.

Köln/Rhein.-Berg. Kreis. Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft spiegelt sich auch in den Einschätzungen der regionalen Unternehmen. Das teilt jetzt die IHK Köln mit Blick auf die Unternehmen im Rheinisch-Bergischen Kreis und in Leverkusen mit.

Der Binnenkonsum bleibe eine tragende Säule der Konjunktur — gestützt auf die weiterhin gute Lage auf dem Arbeitsmarkt. So sei auch in der Kölner Region die Auslastung der Unternehmen gut, auch wenn die Auftragseingänge in der Industrie leicht abgenommen hätten und die Exporterwartungen insgesamt zurückhaltender seien.

„Neun von zehn Unternehmen im Bezirk der IHK Köln bewerten ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Das Allzeithoch aus der Januar-Umfrage wurde zwar nicht mehr ganz erreicht, aber der aktuelle Stand ist der dritthöchste seit dem Jahr 2000“, sagt Eva Babatz, Leiterin der Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg der IHK Köln.

Nur noch sechs Prozent der Unternehmen in der gesamten Region bewerten ihre Lage als schlecht. Auch die Erwartungen der Unternehmen an die Entwicklung der kommenden zwölf Monate sind deutlich zuversichtlich. Gut gefüllte Auftragsbücher und eine ansehnliche Kapazitätsauslastung lassen die Unternehmen optimistisch in die Zukunft blicken. Der IHK-Konjunkturklimaindikator klettert entsprechend von 126,9 Punkten (Winter 2017/2018) auf aktuell 127,2 Punkte. „Der Optimismus ist ungebrochen, das zeugt von der stabilen Wirtschaftslage in der Kölner Region“, so Eva Babatz. „Allerdings verunsichern die Risiken im internationalen Umfeld zunehmend, das handelspolitische Umfeld ist deutlich schwieriger geworden.“ Sorge bereiten den Unternehmen Protektionismus, Handelsbarrieren und Zölle.

Bei geplanten Investitionen stehen im gesamten IHK-Bezirk nach wie vor die Ersatzbeschaffungen im Vordergrund (62 Prozent), höhere Investitionen planen dabei besonders die Nahrungs- und Genussmittelproduktion, der Großhandel, die Chemie- und Pharmaindustrie, die Kreditwirtschaft, Informationswirtschaft und das Hotel- und Gaststättengewerbe.

Eva Babatz, IHK

Die Einstellungsbereitschaft hat im Frühjahr 2018 in der gesamten Region Köln laut Kammer noch einmal leicht zugenommen. 33,4 Prozent aller befragten Unternehmen (Vorumfrage: 29,3 Prozent) geben an, in den kommenden Monaten weitere Mitarbeiter einstellen zu wollen.

Als Hauptrisiko für die Geschäftsentwicklung melden die Unternehmen das dritte Mal in Folge den Fachkräftemangel. Diese Einschätzung teilen Baugewerbe, Hotel- und Gaststättengewerbe, Gesundheitswirtschaft, Groß- und Einzelhandel, Verkehrsgewerbe, Immobilienwirtschaft, Informationswirtschaft, Versicherungswirtschaft und Unternehmensberatungen sowie Unternehmen der Industriebranchen Elektro, Gummi, Kunststoff, Maschinenbau, Nahrungs- und Genussmittel.

„Es ist für die Unternehmen zusehends schwieriger, altersbedingt ausscheidende Mitarbeiter durch qualifizierte Nachwuchskräfte zu ersetzen. Wir unterstützen in dieser Situation mit unserer Fachkräfteberatung“, sagt Babatz. Sorgen bereiten den Unternehmen zusätzlich die gestiegenen Arbeitskosten und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, hierbei besonders die Steuer- und Abgabenlast, die Zinsentwicklung, eine schlechte Breitbandabdeckung sowie die drohenden Dieselfahrverbote.

Ergebnisse für die Stadt Leverkusen Zum Frühjahr melden die Unternehmen in Leverkusen eine leicht zurückgegangene Lagebeurteilung, allerdings immer noch auf sehr hohem Niveau: 60,9 Prozent bezeichnen ihre Geschäftslage als gut (Vorumfrage 64,9 Prozent), nur noch 3,1 Prozent bezeichnen ihre Lage als schlecht (Vorumfrage 3,5 Prozent). Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate sind leicht gestiegen. Die Investitionsbereitschaft hat jedoch im Vergleich zur Vorumfrage deutlich abgenommen, auch die Beschäftigungspläne fallen im Vergleich zum Jahresbeginn zurückhaltender aus. Trotzdem ist per Saldo mit einem weiteren Beschäftigungsaufbau zu rechnen.

Ergebnisse für die Region Rhein-Berg Im Rheinisch-Bergischen-Kreis sehen 49,5 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut an (Vorumfrage 48,6 Prozent), neun Prozent bewerten ihre Lage als schlecht (Vorumfrage 5,4 Prozent). Im Vergleich zur Vorumfrage sind die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate gestiegen: 27,3 Prozent (Vorumfrage 24 Prozent) gehen von einer besseren Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten aus, 6,5 Prozent von einer schlechteren (Vorumfrage 6,7). Auch die Investitionsabsichten haben minimal zugelegt, bei den Beschäftigungsplänen möchten 27,3 Prozent (Vorumfrage 26,7 Prozent) der Unternehmen mehr Personal einstellen.

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