Der besondere Blick auf die Natur

Der besondere Blick auf die Natur

Die Burscheider Malerin Anja Yuva stellt gemeinsam mit ihrer Kollegin Lilo Rühl im Leverkusener Spektrum unter dem Titel „Zwischentöne“ ihre Werke aus.

Burscheid. „Gemalt habe ich schon immer, aber zunächst standen in meinem Leben der Beruf und die Kinder im Mittelpunkt“, sagt die frühere Erzieherin. Dann entschließt sich Anja Yuva, berufsbegleitend Malerei und Grafik am Institut für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie in Bochum zu studieren und macht dort ihr Diplom. Heute ist die Kunst ihr Beruf geworden. Gerade absolviert die Burscheiderin die letzten Vorbereitungen für ihre Ausstellung „Zwischentöne“ im Leverkusener Spektrum. Dort zeigt sie ab morgen zusammen mit ihrer Kollegin Lilo Rühl ihre neuesten Werke.

Foto: Doro Siewert

„Mit dem Titel verweisen wir auf die Vielschichtigkeit in der Darstellung. Das Auge visualisiert Erscheinungen, die nicht sofort zu sehen sind. Bei näherem Hinschauen offenbaren sich in diesen Bildern wundersame Parallelwelten. Wir nehmen davon im Alltag oft nur einen Bruchteil wahr. Aber es existiert nicht nur das, was das Auge im Vordergrund erkennt. Ich möchte dem, was man nicht sieht, ein Gesicht geben. Das geschieht oft in märchenhaften Darstellungen“, erklärt Yuya.

In Ihren Bilder beschäftigt sie sich auch mit dem Thema Mensch und Umwelt. „Es geht mir um schützenswerte Wildtiere, die draußen leben“, sagt Yuva, die sich beim Nabu für den Umweltschutz engagiert. Mit ihren Bildern möchte sie den Geist einer Landschaft ausdrücken. „In einer Landschaft gibt es über Jahre und Jahrhunderte eine stetige Veränderung. Wenn dort, wo früher Biber gelebt haben, heute eine Fußgängerzone entstanden ist, bleibt die Energie dieser Tiere an dem Ort zurück und ist noch spürbar. Nichts verschwindet, es entsteht eine Gleichzeitigkeit des Seins.“ Das gelte auch umgekehrt, wenn sich die Natur ehemals besiedelte Räume wieder zurückholt und eine Stadt zum Beispiel von Wald überwuchert wird.

Für ihre Gemälde nutzt Yuva neben Ölfarben auch Gouache. „Das ist eine sehr alte Farbe, die sehr ergiebig und auch umweltverträglicher als Acryl ist. Sie ist sehr leuchtend und deckt gut. Außerdem ist Gouache sehr beständig. Diese Farbe gab es schon vor 2000 Jahren.“

Als Haustiere hat Yuva Kanarienvögel und Zebrafinken. „Eigentlich wäre es mir aber lieber, wenn Vögel frei und wild in der Natur leben können“, sagt die Malerin. In Burscheid lebt sie seit mittlerweile. „Ich habe vorher aber schon in Leichlingen und Wermelskirchen gewohnt. Hier in Burscheid gefällt mir die gleichzeitige Nähe zur Natur und zur Stadt.“

Was Kunst angeht, engagiert sich Yuva auch für den Nachwuchs. So arbeitet sie als Dozentin mit Kinder und Jugendlichen bei den Jugendkunstgruppen in Leverkusen und bei der Betreuung im Rahmen der Offenen Ganztagsschule in der Sekundarschule Wermelskirchen. Dazu kommen Kurse an der Volkshochschule in Leverkusen. „Einen gibt es im kommenden Programm der VHS. Dabei geht es nicht nur um Malerei, sondern auch um kreatives Schaffen ganz allgemein wie bei Collagen, Pappmache oder Scherenschnitt.“

Bis Ende Juni sind auch noch Gemälde von Anja Yuva in der Hauptstelle der Stadtbibliothek Leverkusen zu sehen. Dort stellen Mitglieder des Künstlervereins Wermelskirchen ihre Werke unter dem Titel „Vielfalt aus dem Bergischen“ aus. „Mir ist auch der Austausch zwischen Spektrum in Leverkusen und dem Kunstverein Wermelskirchen sehr wichtig.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung