Den Geistern auf der Spur

Den Geistern auf der Spur

Ein Team aus Burscheid geht unerklärlichen Phänomenen nach.

Burscheid. Haben Sie manchmal auch das Gefühl, beobachtet zu werden? Und wenn Sie sich umdrehen, ist niemand da? Spüren Sie in ihrem Haus plötzlich Kälte? Hören Sie seltsame Geräusche, bewegen sich Dinge von alleine? Und haben Sie keine Erklärung für diese Vorkommnisse? Dann sind Sie vielleicht bei den Ghosthuntern NRW an der richtigen Adresse.

Das Team mit Sitz in Burscheid hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, unerklärlichen Phänomenen nachzugehen und sie aufzuklären. Dabei stoßen die Ghosthunter auf eine Menge Skepsis. Teamleiterin Melanie Schindler erzählt: „Bei den Reaktionen der Leute ist alles dabei — von Begeisterung bis zum mitleidigen Lächeln. Natürlich werden wir manchmal für Spinner gehalten — aber andere sind auch froh, dass sie endlich einmal über das Thema reden können.“

Denn viele Menschen, die paranormale Phänomene erleben — ob diese nun eine natürliche Erklärung haben oder nicht — fürchten sich vor Spott und Unglauben. „Wir nehmen jeden Klienten ernst“, so Melanie Schindler.

Dabei sind die fünf Ghosthunter alles andere als abgehoben. Im Gegenteil: Alle stehen fest mit den Füßen auf dem Boden und nähern sich den Fällen von der wissenschaftlichen Seite. „Viele Dinge können wir schnell aufklären“, erklärt Melanie Schindler. „In einem Fall spürte eine Klientin zum Beispiel immer, wenn sie auf dem Sofa saß, einen kalten Luftzug. So, als würde sie jemand streifen. Mit Infrarotthermometern haben wir den Raum untersucht und entdeckt: Unter einer Stufe im Raum gab es Ritzen. Es zog ganz einfach.“

Doch nicht immer gebe es wissenschaftliche Erklärungen. „In einem Fall haben wir in einem Raum, in dem eine Klientin immer wieder Erscheinungen sah, Fragen gestellt wie ‘Wer bist Du’ oder ‘Was willst Du’. Vor Ort haben wir nichts gehört, aber bei der Auswertung der Daten bemerkten wir, dass wir Antworten auf unseren Geräten hatten. Das sind Momente, in denen wir uns fragen: Was war das jetzt? Wie geht das??“

Um sich den Phänomenen nähern zu können, rückt das Team mit Diktiergeräten, Infrarotthermometern, Messgeräten, die die elektromagnetischen Felder anzeigen, einer kompletten Videoüberwachungsanlage, Kameras, die auch nachts Fotos machen können an. Wenn es natürliche Erklärungen für die Phänomene gibt, dann möchten die Ghosthunter sie auch finden.

„Uns geht es in erster Linie darum, den Klienten zu helfen“, sagt Melanie Schindler. „Wir helfen niemandem, wenn wir eine beginnende Schizophrenie verstärken, indem wir ihn ernstnehmen, wenn kein Grund dafür besteht.“ Daher arbeitet das Team auch mit einem Psychologen zusammen. „Wenn der Klient vielleicht psychische Probleme hat, dann lassen wir das abklären.“ Denn auch Medikamente, Schlafmangel oder gesundheitliche Probleme können dazu führen, Dinge wahrzunehmen, die nicht da sind.

Doch wenn man alle Fälle, in denen natürliche Ursachen gefunden wurden, abziehe, dann bleibe doch ein Rest, für den es keine Erklärung gebe. Die Wissenschaft stoße hier an ihre Grenzen, davon sind die Ghosthunter überzeugt. „Es gibt Millionen von Berichten über paranormale Begegnungen. Die können sich nicht alle geirrt haben.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung