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Café Arnz mit ungewisser Zukunft

Café Arnz mit ungewisser Zukunft

Gastronomie: Der Pachtvertrag für das Café Arnz ist zum 30. Juni gekündigt. Und noch gibt es keinen Nachfolger.

Burscheid. Das Café in der Hauptstraße 4 ist ein Stück Stadtgeschichte. Fast hundert Jahre besteht es schon, seit 79 Jahren trägt es den Namen Arnz. Doch für Ende Juni ist der Pachtvertrag gekündigt. Und Eigentümerin Waltraut Arnz (76) weiß noch nicht, wie es weitergeht: "Am Freitag ist ein möglicher neuer Mieter abgesprungen."

Eine Reihe von Kunden, lacht Heike Tsirogiannis, hätten schon eine Demonstration angekündigt. "Und das machen die auch." Ihr Vater, der Pattscheider Bäcker und Konditor Hubert Schmidt (67), ist der bisherige Pächter. Aber er geht nun in den Ruhestand. Seine Tochter hat nur einen Wunsch: "Dass es hier weitergeht."

21 Jahre, fast ihr halbes Leben, arbeitet die 44-Jährige nun schon in dem Café. "Mein Herz hängt sehr daran." Seit einem halben Jahr diskutiert sie mit ihrem Mann Dimitrios bereits, ob und wie das Vorhaben womöglich zu stemmen wäre.

Schon ihr Großvater hatte Verbindungen nach Burscheid gepflegt: Er versorgte das Café mit Brot und Brötchen; nur die Torten entstanden in der Hauptstraße. Folgerichtig sprang Vater Hubert 1961 in die Bresche, als sich die Eheleute Arnz in den Ruhestand zurückzogen. Burscheid war die erste Nebenfiliale des Pattscheider Bäckers. Inzwischen gibt es drei. Der Betrieb hat 17 Angestellte.

Den Stammkunden, darunter auch die Burscheider Handballer, bleibt vorerst nur, die Restzeit zu nutzen. Das Anstehen für die Brötchen am Wochenende ist beispielsweise längst Umschlagplatz für Nachrichten aus dem Stadtleben geworden.