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Burscheid verliert zwei Fachgeschäfte

Burscheid verliert zwei Fachgeschäfte

Bettina Wehrenberg schließt ihr Fotogeschäft im Linden-Center. Dirk Zündorf gibt seinen Spielzeugladen „Spiele mit Pfiff“ an der Hauptstraße auf.

Burscheid. Das Ladensterben in Burscheid geht weiter. Im kommenden Monat verliert die Stadt zwei Fachgeschäfte, die in einem Fall sogar über zwei Jahrzehnte zur Einzelhandelslandschaft gehört haben: Bettina Wehrenberg schließt ihr Fotofachgeschäft an der Bürgermeister-Schmidt-Straße, wenige Meter weiter an der Hauptstraße gibt Dirk Zündorf sein Geschäft „Spiele mit Pfiff“ auf.

„Das Ladenlokal mit dem Sortiment möchte ich aufgeben“, bestätigt Bettina Wehrenberg. „Aber fotografieren werde ich weiter. Ich möchte mich auf das Hauptsegment meiner Geschäftstätigkeit konzentrieren“, sagt sie. Damit räumt sie auch ein, dass sich der andere Teil ihrer Arbeit negativ entwickelt habe: Rahmen verkaufen, Fotos von Speicherkarten entwickeln, „das hat in den vergangenen Jahren stark abgenommen“. Und nun sei ihr Mietvertrag ausgelaufen. „Da habe ich mir Gedanken gemacht, wie es weitergeht.“

Zweifel an einer positiven Entwicklung seien auch dadurch gekommen, dass in der Montanusstraße ein größerer Drogeriemarkt und ein Vollsortimenter kommen sollen. Mit einer direkten Konkurrenz durch das Angebot von Fotoarbeiten der Drogerieketten, einer indirekten möglicherweise durch ein neues Lebensmittelangebot an der Montanusstraße mit Blick auf den Rewe-Markt direkt neben ihr, der ihr viel Laufkundschaft beschere. „Wir wissen nicht, wie es dann hier weitergeht.“

Seit 23 Jahren hat die gelernte Fotografin ein Fachgeschäft in Burscheid. Zehn Jahre am jetzigen Standort, sieben Jahre zuvor um die Ecke an der Hauptstraße und zuvor in der unteren Hauptstraße.

Über ihre Homepage bietet sie weiter ihre Dienste als Fotografin an — mit einem mobilen Studio. Aus ihrem Ausverkauf unter anderem von Schaufensterware will sie etwas für einen guten Zweck tun. Davon profitieren sollen der Kinderschutzbund und der Tierschutz.

Bereits seit längerem läuft der Ausverkauf bei Dirk Zündorf. Er gibt sein Geschäft „Spiele mit Pfiff“ auf — ein Jahr vor seinem zehnjährigen Bestehen in Burscheid. „Das ist die Konsequenz aus dem Einkaufsverhalten“, erklärt der Industriekaufmann seine Entscheidung. Nach einem schlechten Weihnachtsgeschäft und endgültig nach unbefriedigenden Zahlen des Osterverkaufs zog der 46-Jährige die Reißleine. „Die Leute kommen, schauen, lassen sich beraten — und kaufen im Internet“, beschreibt der Hilgener eine Entwicklung, die sich schon vor Jahren abgezeichnet habe. Und er mache denen nicht den Vorwurf, die aus finanziellen Gründen Spielzeug im Internet zu günstigeren Preisen bestellten. Aber denen, die das Geld hätten, online bestellten und sich dann mit den Worten beschwerten: „Hier in der Stadt gibt es ja kein anständiges Angebot.“