Burscheid: Caplan verteidigt sein Amt mit Rekordergebnis

Burscheid: Caplan verteidigt sein Amt mit Rekordergebnis

Auch die CDU kehrt im Rat fast zu alter Stärke zurück. Die SPD verteidigt Platz zwei gegen das BfB. Die FDP bricht ein.

Burscheid. Lange hatte sich Stefan Caplan in seinem Bürgermeisterbüro zurückgezogen. Erst um 20.50 Uhr betritt der CDU-Kandidat den Sitzungssaal im Rathaus, Applaus brandet auf, der erste Gratulant ist sein erneut unterlegener Kontrahent Michael Baggeler (BfB). Mit 62,1 Prozent toppt Caplan sogar noch das Spitzenergebnis von 61,6 Prozent, das sein Vorgänger Hans Dieter Kahrl 1999 bei der ersten Wahl des hauptamtlichen Bürgermeisters geholt hatte.

Erleichtert spricht der Wahlsieger von einem „überragenden Ergebnis, das meine persönliche Erwartung übertroffen hat“. Er werde in der politischen Arbeit „aus innerer Überzeugung“ auch in den nächsten sechs Jahren weiter den Konsensstil verfolgen, der die zurückliegende Wahlperiode geprägt hatte. „Burscheid kann stolz sein, in allen Parteien verantwortliche Politiker sitzen zu haben.“

Im Rat baut die CDU ihre Vormachtstellung aus und erreicht nach dem Einbruch von 2009 fast wieder den Wert aus der Zeit vor der Abspaltung des BfB. „Wir sind sehr, sehr zufrieden“, sagt ein erleichterter Fraktionschef Jörg Baack.

Die SPD konnte ihren Anspruch, stärkste Kraft zu werden, bei Weitem nicht umsetzen. Fraktionschef Klaus Becker setzt aber auf den personellen Neuanfang. „Wir werden Dinge verbessern und sind nicht der Steigbügelhalter der CDU.“

Das BfB scheitert auch mit dem Anspruch, die SPD von Platz zwei zu verdrängen. Caplan-Herausforderer Baggeler räumte ein, er habe sich in der Bürgermeisterwahl ein knapperes Ergebnis gewünscht. „Im Rat haben wir uns immerhin stabilisiert.“ Die CDU habe im Wesentlichen vom Bürgermeister profitiert.

Die Grünen erleiden leichte Verluste. „Aber wir bleiben zweistellig und freuen uns über die Entscheidung in der Bürgermeisterfrage“, sagt Ute Hentschel. Dramatisch ist dagegen der Einbruch beim bisherigen Fünften FDP. Die Partei verliert fast die Hälfte ihrer Wähler. „Ich gehe davon aus, dass uns das Europaergebnis mit runtergezogen hat“, sagt Fraktionschef Gert Weber. „Unsere gute Arbeit ist offenbar bei den Wählern nicht angekommen.“

Auch die Freien Wähler büßen Stimmen ein und nehmen in dem durch acht Überhangmandate künftig 40-köpfigen Rat (bisher 42) wie die FDP je zwei Sitze ein. Die Linke verpasst als Neuling mit einem Sitz den Fraktionsstatus.