Bündnis für Burscheid: Unerwünschte Gesellschaft

Bündnis für Burscheid: Unerwünschte Gesellschaft

Sowohl die WfB als auch der Initiativkreis Hilgen kritisieren einen Antrag des Bündnisses für Burscheid.

Burscheid. Die Spitze war nicht zu überhören: Im vergangenen Juni hatte das BfB in einem Initiativpapier von einem „gefühlten Stillstand in der Innenstadt“ gesprochen und Mängel beim Stadtmarketing beklagt. Die Wirtschafts- und Werbegemeinschaft „Wir für Burscheid“ (WfB) sei nicht zur gewünschten Plattform für Gewerbe, Einzelhandel, Vermieter, Gastronomie und Stadt geworden. Jetzt keilt die WfB zurück — und lehnt einen BfB-Antrag als „wenig zielführend“ ab.

Denn das BfB hatte Ende September mit der Forderung nach einem Stadtmarketing-Konzept nachgelegt und im Zusammenhang damit beantragt, die Gründung einer neuen, dafür zuständigen Gesellschaft zu erwägen.

Dass die Diskussion über diesen Vorstoß mit der eindrucksvollen Verzögerung von über vier Monaten in Gang kommt, hat vor allem mit der näher rückenden Beratung im zuständigen Stadtentwicklungsausschuss zu tun. Dort soll der BfB-Antrag voraussichtlich am 8. März auf der Tagesordnung stehen.

Zuvor hatte die Stadtverwaltung sowohl die WfB als auch den Initiativkreis „Hilgen lebt“ um Stellungnahmen gebeten. Und von beiden Seiten war wenig Verständnis zu hören.

Die Stadt verfüge bereits über einige der angemahnten Instrumente des Stadtmarketings, schreibt WfB-Sprecherin Ute Hentschel. Und ergänzt mit Blick auf die Forderung nach einer Stadtmarketing-Gesellschaft: „Einen solchen Verein gibt es unserer Einschätzung nach schon: die WfB.“ Es folgt eine Auflistung der vereinseigenen Ziele. Auch die vom BfB geforderte Entwicklung eines neuen Stadtlogos habe „kaum Priorität“. Auf die Kritik, die WfB werde nicht allen ihren Zielen gerecht, geht Hentschel nicht ein.

Ähnlich wie die WfB äußert sich der Initiativkreis „Hilgen lebt“. Er verweist ebenfalls auf die für das Stadtmarketing zuständige Stabsstelle im Rathaus. Immer häufiger gehe es bei Anträgen nur noch darum, „sich selbst ins Gespräch zu bringen“. Durch weitere Vereine oder Vereinigungen „wird die Kuh, die man melkt, nicht mehr Milch geben“. Aber es drohe eine Überforderung der Ehrenamtlichen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung