Betrügerin scheitert in Serie

Betrügerin scheitert in Serie

Mindestens in acht Fällen waren Burscheider Senioren misstrauisch genug und beendeten das Telefonat frühzeitig.

Burscheid. Die Anruferin meldete sich nicht mit Namen, sondern sprach die Gesprächspartner gleich mit „Hallo Tante“ oder „Hallo Onkel“ an. Danach die Frage, ob man denn wisse, wer hier gerade am Telefon sei — klassischer Einstieg in die als Enkeltrick seit Jahren bekannte Betrugsmasche. Doch sie zieht offenbar nicht mehr wie früher: In allen acht bekannten Fällen kam es am Freitag in Burscheid nicht zur angestrebten Geldübergabe.

Ziel der Betrüger sind in der Regel ältere Menschen. In dem konkreten Fall waren die angerufenen Burscheider zwischen 67 und 83 Jahren alt. Manche von ihnen ließen zwar auf die Eingangsfrage der Anruferin noch einen Namen aus der Verwandtschaft fallen, den die Betrügerin auch gleich aufgriff, um sich als diese Person auszugeben.

Aber bei der dann folgenden Bitte um Geld zum Begleichen von Schulden und weiteren Fragen zu Bargeld und Wertgegenständen im Haus und dem aktuellen Kontostand wurden alle Senioren misstrauisch und legten auf.

Eine Entwicklung, die die Polizei freut. Denn von einem Abebben der Masche kann nicht die Rede sein. Im Gegenteil: „Wir haben gerade im Juni wieder eine Unzahl an Hinweisen bekommen“, sagt Peter Raubuch, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde. „Offenbar gehen die Täter zum Teil das Telefonbuch durch und suchen dabei gezielt nach Vornamen, die auf ältere Personen schließen lassen.“

Die Anrufe in Burscheid gingen mit unterdrückten Rufnummern ein. Die Anruferin soll laut Zeugenaussagen nach einer 20- bis 40-Jährigen klingen. Sie sprach akzentfreies Deutsch. Die höchste Summe, die sie bei ihren Anrufen in Burscheid forderte, belief sich auf 30 000 Euro.

Einige der Senioren verwiesen gegenüber der Polizei darauf, dass sie bereits mehrfach bei Seniorentreffen oder über Medienberichte auf die Betrugsmasche Enkeltrick aufmerksam gemacht worden seien. „Die Entwicklung geht langsam in die richtige Richtung“, sagt Raubuch.

Noch Mitte Juni hatte sich ein 63-jähriger Burscheider gar zum Schein auf den Trickbetrug eingelassen und dann die Polizei eingeschaltet. Bei der geplanten Geldübergabe konnte so ein 45-jähriger Kölner dingfest gemacht werden.

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