Bauhof: Keine Schäden an der Elektronik

Bauhof: Keine Schäden an der Elektronik

Unbekannte haben einen Schaltkasten in Hilgen umgeworfen. Deshalb fiel eine Kanalpumpe aus.

Burscheid. Der Mitarbeiter des Bauhofes traute seinen Augen kaum, als er am Montag gegen sieben Uhr in der Früh am Schaltkasten der Pumpenanlage an der Witzheldener Straße vorbeifuhr. Der stand nämlich nicht wie immer auf seinem Sockel, sondern lag umgekippt auf dem Rücken. Sofort alarmierte er seine Kollegen, die sich dem Problem vor Ort annahmen.

"So was habe ich noch nie erlebt. Einer allein kann das nicht gewesen sein. Dafür ist der Kasten zu schwer", sagt Norbert Hildebrand. Der stellvertretende Leiter des Bauhofs wich den kompletten Vormittag dem rund 200 Kilo schweren Kasten nicht von der Seite. Obwohl es in Strömen regnete.

Gemeinsam mit der Energieversorgung Leverkusen (EVL) und der Herstellerfirma überlegte er, wie der Schaltschrank wieder aufgerichtet werden könne. "In Rückenlage konnten wir ihn nicht öffnen, weil er sonst mit Wasser vollgelaufen wäre. Spätestens dann wäre die Elektronik des Kastens hinüber gewesen", sagt Hildebrand.

Das war jedoch nicht das einzige Problem der städtischen Mitarbeiter. Weil der Schaltschrank umgefallen war, musste die Regenwasserpumpe abgeschaltet werden. 155 Kubikmeter fasst das Becken der Regenwasserpumpstation. "Und die sind fast ausgeschöpft", sagte Hildebrand am Montagvormittag.

Seit den frühen Morgenstunden wurde das Wasser von einem Saugwagen abgepumpt, damit das Becken nicht überläuft. "In den Wagen passen nur elf Kubikmeter. Daher konnten wir den Pegel nicht senken, sondern nur verhindern, dass Schlimmeres passiert", so Hildebrand.

Zuerst wollten die Bauhof-Mitarbeiter mit dem Aufrichten des Schrankes noch warten bis die EVL den Strom abgestellt hat. "Dann haben wir jedoch erfahren, dass wir die komplette Witzheldener Straße vom Netz nehmen müssten. Als wir schließlich wussten, dass die Stromzuleitungen in Ordnung seien, haben wir es gewagt, den Kasten mit fünf Leuten aufzustellen", sagt Hildebrand.

Die Überraschung: Die Elektronik hatte den Sturz unbeschadet überstanden, die Pumpe konnte ihren Betrieb wieder aufnehmen. "Das ist wirklich erstaunlich." Auch die nochmalige Kontrolle gestern Nachmittag bestätigte das Ergebnis: Die Pumpe läuft wieder einwandfrei.

Dennoch ist der Stadt durch den wahrscheinlich mutwillig umgestoßenen Kasten ein Schaden entstanden. "Rechnet man unsere Arbeitszeit, die der EVL, die der Herstellerfirma und die Einsatzzeit des Saugwagens zusammen, dann kommen wir auf eine Summe von rund 2500 Euro", so Hildebrand. Er hofft nun, dass die Polizei die Täter schnell finden wird, damit sie zur Rechenschaft gezogen werden können.

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