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Gin: Auf einer spannenden Rundreise in der Welt des Gins

Gin : Auf einer spannenden Rundreise in der Welt des Gins

Beim Festival im Stadtgarten präsentiert sich die Spirituose in einer großen Vielfalt, die es zu entdecken gilt.

Waren es früher auch in den angesagten Bars vielleicht zwei bis drei Sorten Gin und ein Tonic Water, führen manche Bars heute bis zu 100 Sorten der Spirituose und bald ebenso viele Tonic-Varianten. Gin ist angesagt und wird zunehmen auch hierzulande produziert. Beim Gin-Festival NRW im Stadtgarten konnten die Besucher am Wochenende 20 verschiedene Gins testen.

Zu den neuen Marken beim Festival, das im Vorjahr seine Köln-Premiere auf der Rennbahn feierte, gehört der Skin Gin aus Hamburg. Skin bedeutet Haut und bezieht sich auf Hülle, die die eckige Flasche umgibt. „Die geprägte Haut wird in Handarbeit auf der Flasche aufgebracht und kann auch für Unternehmen oder Städte personalisiert werden. Unser Gin wird durch marokkanische Minze, Zitrusfrüchte, Koriander und weniger durch den Wacholder geprägt. Das ist ein hochwertiger Gin, der sich von anderen deutlich abhebt. Das Ankerlogo stammt von unserem Gründer, einem Schifffahrtskaufmann“, erklärt Jonas Reimann, der für den Vertrieb in NRW zuständig ist.

Direkt nebenan gibt es mit dem Brockmans Gin aus England eine weitere Premiere. „Das ist ein New Western Style Gin, der ist deutlich milder als der klassische London Dry Gin. Das Aroma von Heidel- und Brombeeren dominiert den Geschmack. Als Drink kombinieren wir ihn mit einem Bergamottelikör, Lime Cordial und Limettensaft. Ein sehr erfrischendes Getränk“, sagt Dan Hartmann.

Mit einem Kochtopf im Keller
hat alles angefangen

Aus dem Siebengebirge kommt der Roshain Gin, der seinen Namen vom Mythos von der schönen Jungfrau von der Rosenau erhalten hat. „Angefangen haben wir mit einem Kochtopf im Keller und Lavendel aus dem eigenen Garten. Daraus ist nach knapp einem Jahr das Rezept für unseren Gin entstanden. Alles entsteht bei uns in Handarbeit. Verwendet werden neben Lavendel und Wacholder unter anderem auch Sternanis, Zimt, Koriander, Nelken, Piment und Fenchel. Das gibt unserem Gin einen blumig-würzigen Charakter“, sagt Oliver Dziendziol.

Einen besonderen Namen hat der Sir Chill Gin aus Belgien, der dem großen Engländer Churchill gewidmet ist. Im Vordergrund sind Vanille aus Indien, Mandeln aus Afrika, Mandarine aus Brasilien und als Krönung der Extrakt aus grünen Tabakpflanzen, der eine süßliche Kopfnote ergibt.  Die Idee hatten zwei Zigarrenliebhaber aus Belgien, die zu ihrem Tabakgenuss den passenden Gin gesucht haben. Tabak ist ursprünglich eine Heilpflanze und hat im grünen Status einen ganz anderen Charakter als später im getrockneten Zustand.

Streng limitiert ist der Elephant Gin aus Hamburg. „Jede Flasche ist handgemacht und nummeriert. Der Gin aus Roggendestillat wird in Botucalrum-Fässern gelagert. 15 Prozent vom Erlös gehen an ein Elefantenschutzprojekt in Afrika“, sagt Lukas Achenbach. An seinem Stand hat er auch noch den französischen G Vine Gin mit Weinblüten und auf Basis eines Traubenbrands sowie den finnischen Roggengin Napue im Angebot.  

Aus einer ganz anderen Ecke der Welt kommt der Roku Gin – er wird in Japan produziert. „Der Gin besteht aus sechs Botanicals, als Kräuter und Gewürze. Dazu zählen Sansho-Pfeffer und zwei Grüntee-Sorten. Die Zutaten werden in Japan nur dann geerntet, wenn sie den optimalen Geschmack haben. Danach werden sie einzeln für den Gin behandelt. In Japan trinkt man übrigens Spirituosen mit sehr viel Sodawasser, weil man diese nur sehr mild mag.

Mit einem Wildschwein als Markenzeichen präsentiert sich der Boar Gin aus dem Schwarzwald. „Wir sind eine Brennerei, die es seit 1844 gibt und die in der sechsten Generation geführt wird. Seit drei Jahren machen wir unseren Gin. Der wird mir 20 Kräutern und Burgundertrüffel hergestellt. Und da Wildschweine auch Trüffel suchen, hatten wir unser Markenzeichen gefunden. Der Trüffel entzieht der Spirituose die Schärfe und die Bitterstoffe und macht sie mild und sanft. Dafür wurden wir mit 26 Goldmedaillen ausgezeichnet und sind zum Gin des Jahres gewählt worden“, sagt Johnny Bornheim Elsen.