Arztfrau plant die neue Orthopraxis

Arztfrau plant die neue Orthopraxis

Rümeysa Saemian hat Agrarwissenschaften studiert. Doch als Frau des Orthopäden Omid Saemian und zweifache Mutter hat die Eigentümerin des ehemaligen Hauses der Wochenpost nun einen Fulltimejob als Bauleiterin.

Burscheid. Eigentlich wollte der Burscheider Orthopäde Dr. Omid Saemian, der im April 2016 die Praxis von Dr. Hans Brosch im Eulenflug übernommen hatte, viel früher als derzeit geplant in seiner neuen Praxis sein. Doch zahlreiche neue Gedankenspiele über sinnvolle oder weniger sinnvolle Therapieangebote, die neue Gestaltung der künftigen Orthopraxis im ehemaligen Gebäude der Wochenpost und vor allen Dingen die bauliche Realisierung aufgrund der strengen Behördenauflagen haben Zeit geschluckt.

Eigentümerin des mittlerweile kernsanierten Gebäudes an der Bürgermeister-Schmidt-Straße ist die Frau des Orthopäden, Rümeysa Saemian. „Sie müssten mal die die verdutzten Gesichter sehen, wenn eine 1,65 Meter kleine Frau in Turnschuhen ankommt und sagt, dass sie die Bauherrin ist und auch die Bauleitung macht. So langsam ist den meisten aber klar geworden, dass auch eine Frau solche Aufgaben stemmen kann.“ Anders sei das Projekt auch nicht realisierbar. „Mein Mann ist täglich in der Praxis und hat natürlich keine Zeit, den Bau zu leiten.“

Allerdings ist die 35-jährige Mutter einer dreijährigen Tochter und eines anderthalbjährigen Sohns Agrarwissenschaftlerin. „Aus dem Nichts eine neue Praxis planen, ist sehr mühselig, ich musste mir wochenlang in der Praxis die Abläufe anschauen und mir Hintergrundwissen zu den Vorschriften und Auflagen aneignen.“ Es gebe schließlich keinen Leitfaden dazu, den man mal eben an die Hand nehmen könne.

Doch nun nimmt das Projekt Konturen an. Im Herbst soll alles fertig sein. Die Versorgungsleitungen sind gelegt, die Struktur ist klar. Auf 330 Quadratmetern zusammen mit einem Souterrainbereich wird Saemian künftig praktizieren. In der Praxis im Eulenflug hat er 180 Quadratmeter — zudem nicht barrierefrei. Einen Aufzug bekommt das neue Domizil des Mediziners zwar auch nicht, doch werden die im Untergeschoss liegenden Therapieräume auch für Rollstuhlfahrer oder gehbehinderte Menschen über den Außenbereich barrierefrei erreichbar sein. Neben Streckbank, Magnetfeldtherapie und Akupunkturräumen könne dort künftig auch die Knochendichte gemessen werden. „Dann müssen unsere Patienten nicht mehr nach Bergisch Gladbach fahren und eine monatelange Wartezeit in Kauf nehmen“, sagt Rümeysa Saemian.

Anders als in der jetzigen Praxis wird der Röntgenbereich künftig mit im Erdgeschoss sein. Besonders dafür seien die Auflagen hoch. Vier Abnahmen seien notwendig. Und es müsse sogar eine Genehmigung eingeholt werden, das vorhandene Gerät vom Eulenflug an die Bürgermeister-Schmidt-Straße zu transportieren. Die Wände von vier Untersuchungsräumen werden derzeit eingezogen. Doch es solle kein Fließbandbetrieb werden. „Wir müssen auch das Personal aufstocken.“ Hand anlegen soll künftig auch die Schwester der Bauleiterin: Rana Gündogmus schließt bald ihr Medizinstudium ab und werde in die Praxis einsteigen.