Bildung: An den Schulen wird es bald voller

Bildung : An den Schulen wird es bald voller

Die Kinder aus den neuen Wohngebieten an der Hauptstraße und in Rötzinghofen werden der GGS Dierath zugeordnet. Damit könnten „Gastschüler“ bald abgelehnt werden.

 In den kommenden zwei Jahren werden über 430 Wohneinheiten in Burscheid gebaut. Ein Gebiet, auf dem die Häuser derzeit sichtbar wie Pilze aus dem Boden schießen, ist das ehemalige Gelände von Bergfeld & Heider. Auf einem weiteren nicht weit entfernt an der Rötzinghofener Straße/Im Hagen wird noch nicht gebaut.

Beide neuen Siedlungen mit später einmal rund 170 Wohneinheiten werden auch Einfluss auf die Schullandschaft in Burscheid haben. Im Schul- und Sozialausschuss in dieser Woche wurde festgelegt, dass für beide neuen Wohnareale die Grundschule Dierath als wohnortnächste Schule gelten wird. Und Dirk Runge von der Verwaltung klärt auf: „Die Schüler haben einen rechtlichen Anspruch auf einen Platz in der wohnortnächsten Schule.“

Nach einem Ratsbeschluss ist die Schule aber nur zweizügig und könne laut Schulleiterin Corinna Stobbe auch nicht räumlich auf einen dreizügigen Betrieb umgerüstet werden. Wohin als mit den Schülern, die vermutlich bald kommen werden? Laut einem Berechnungsmodell der Verwaltung könnten es 26 für die Klassen 1 bis 4 von dem Gebiet „Untere Hauptstraße/Im Löwenfeld“ (Bergfeld & Heider) sein, weitere 29 aus der neuen Siedlung hinter dem Burscheider Vitalbad.

„Das kann man heute noch nicht sagen, wie die Nachfrage sein wird“, sagt die Schulleiterin. „In jedem Jahrgang ist das anders.“ Tatsächlich sei es aber nicht neu, dass sie Kinder aus Nachbarstädten oder jene, für die in Burscheid die Montanusschule als wohnortnächste Schule gelte, ablehnen müsse. Vor etlichen Jahren sei das der Fall gewesen, etwa 20 Kinder hätten damals nicht auf deren oder die Wunschschule der Eltern gehen können. Heute seien rund 100 Kinder in den beiden ersten übergreifenden Jahrgängen, die Klassengrößen in der 1. Klasse liege damit bei 26 und 28 Kindern. Und 28 sind auch nur vorgesehen. In den ersten beiden Klassen sind auch 28 Kinder, deren wohnortnächste Schule die Montanusschule ist. Und sechs, die aus Nachbarstädten kommen. „In Zukunft könnte das natürlich bedeuten, dass ich die Kinder ablehnen müsste“, sagt die Schulleiterin. In dem Beschluss der Verwaltung heißt es, dass die GGS Dierath für die Kinder aus den Neubaugebieten auf die Beschulung so genannter „Gastschüler“ (Nachbarstädte/Einzugsgebiet Montanusschule) verzichten soll.

Schon heute sind Kinder aus den Neubaugebieten an der Schule

Derartige Zahlenspiele sind allerdings erst mal nur Theorie. Denn laut Corinna Stobbe sind in den aktuellen Schülerzahlen schon einige enthalten, die erst noch Neubürger der genannten Gebiete werden sollen. „Ich habe heute schon Kinder im Schulbetrieb, die noch gar nicht dort wohnen. Auch die Nachfrage von Eltern aus Leverkusen für ihre Kinder ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen.“

Der Beschluss, die GGS Dierath als wohnortnächste Schule für die Neubaugebiete festzulegen, hat übrigens den Hintergrund, dass die neuen Familien dort für diese Schule Fahrtkosten in Anspruch nehmen können (siehe Kasten).

Mehr von Westdeutsche Zeitung