Altenzentrum feiert international

Altenzentrum feiert international

Elf junge Gäste aus aller Welt kommen nach Burscheid, um sich vor Ort sozial zu engagieren.

Burscheid. Beim Sommerfest zeigte sich das evangelische Altenzentrum Luchtenberg-Richartz-Haus am Freitagabend von seiner internationalen Seite. Grund dafür ist der Besuch von jugendlichen Gästen aus aller Welt, die in Burscheid sind, um sich sozial zu engagieren.

Im Rahmen eines Sommercamps, das aus einer Kooperation zwischen der Stadt Burscheid, Johnson Controls und der IJGD (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste) entstanden ist, besuchen in diesem Jahr elf Teilnehmer gemeinsam mit ihren zwei Teamleitern die Stadt im Bergischen Land. Insgesamt sind die Jugendlichen drei Wochen in Burscheid. Neben der Aktion im Altenzentrum nehmen sie in der kommenden Woche auch an einem Bauprojekt teil, bei dem sie Wetterpilze zum Unterstellen bei Regen an der Balkantrasse installieren werden.

Bereits einige Wochen vor seinen Schützlingen traf Andrew Bell in Burscheid ein. Der New Yorker fungiert in den kommenden Wochen als Gruppenleiter der Jugendlichen und hat sich vorab bereits ein Bild von der Unterkunft und der Stadt gemacht. „Burscheid ist toll. Manfred Zenses kümmert sich super um uns und alle Leute sind so freundlich. Hier grüßt jeder freundlich. In Amerika ist alles viel schneller und unpersönlicher“ erklärte der 27 Jährige seine ersten Eindrücke.

Die Länder, aus denen die Teilnehmer kommen sind so zahlreich wie unterschiedlich. Neben Gästen aus den USA und Russland kommen weitere Jugendliche aus Polen, Südkorea, Ungarn und Italien. In diesem Jahr ist die Gruppe besonders jung. So sind alle zwischen 16 und 18 Jahre alt. Dabei funktioniert das Miteinander auch jenseits der Sprachgrenzen problemlos und so konnte nach einer Woche des gemeinsamen Vorbereitens das Sommerfest der Kulturen gefeiert werden.

Beinahe das gesamte Haus hatte sich auf der Terrasse eingefunden, als die Leiterin des Altenzentrums, Birgit Hoferichter, das Fest eröffnete und, die internationalen Gäste präsentierte.

Wie produktiv und interessant das ganze Projekt für alle Beteiligten jedes Jahr aufs Neue ist, umschrieb Hoferichter in ihrer Ansprache. „In den vergangenen Jahren wurden hier mit den Jugendgruppen unter anderem die Vogelkästen und die Bänke zusammengebaut, die jetzt unseren Garten verschönern. Dieses Jahr haben sie gemeinsam mit uns dieses Sommerfest zusammengebaut, das wir heute alle zusammen genießen können.“

Nach einer Andacht, die Diakon Reimund Scheurer und Pfarrer Matthias Pausch gemeinsam abhielten, konnte das bunte Programm beginnen. Bei Kaffee, Kuchen und schönstem Sonnenschein überzeugten sich die Bewohner unter anderem von den tänzerischen und schauspielerischen Fähigkeiten ihrer jungen Gäste.

Dass das Wetter sich, von einem kleinen Regenschauer abgesehen, hielt, hatten die Teilnehmer des Sommerfests vielleicht auch einem alten Brauch aus Südkorea zu verdanken. So hatten die Heimbewohner im Vorfeld gemeinsam mit den Jugendlichen in der Tradition des Origami Kraniche gefaltet, die als Symbol für ein langes und glückliches Leben stehen. Außerdem, so erklärte Annekathrin Broemel, Leiterin des Sozialen Dienstes, „wird der Kranich in Südkorea traditionell als der Sonnenvogel bezeichnet. Hoffen wir mal, dass er seinem Namen heute alle Ehre macht“.

Zu den Programmpunkten des Festes gehörte unter anderem die Aufführung des dänischen Märchens „der Schweinehirt“ aus der Feder von Hans Christian Andersen. Das Ganze wurde auch aufgrund der Sprachbarriere zu einem großen Spaß für alle Beteiligten. „Das ist total lustig, weil wir das Stück auf Deutsch vortragen und die anderen ja kein Deutsch verstehen. Wir geben dann immer Zeichen wann ihre Einsätze kommen, aber das klappt manchmal nicht so gut“, berichtet Marina Scheidler.

Die 17-jährige Wermelskirchenerin hat per Flugblatt vom Sommercamp erfahren und sich spontan dazu entschieden, mitzumachen und neue Leute kennenzulernen. Neben den internationalen Gästen trugen auch der benachbarte Kindergarten, die Seniorentanzgruppe, der Goetzechor sowie eine Hilgener Bauchtanzgruppe zu einem bunten Programm des Sommerfestes der Kulturen bei.

Mehr von Westdeutsche Zeitung