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A1: Nach Unfalltod - Politik will Autobahn-Raser bremsen

A1: Nach Unfalltod - Politik will Autobahn-Raser bremsen

Tote und Verletzte sind immer wieder auf der Autobahn Richtung Leverkusen zu beklagen. Ein Tempolimit soll das ändern.

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p class="text"><strong>Burscheid. Nach dem Verkehrsunfall am Sonntag auf der A1, bei dem eine 27-jährige Frau ums Leben gekommen ist, werden Forderungen aus der Kommunalpolitik nach einem Tempolimit auf der Autobahn laut. "Die dreispurig ausgebaute und in Richtung Leverkusen abfallende Autobahn verleitet zum Rasen und ist somit signifikant unfallträchtig", meint Friedrich Busch, FDP-Bezirksvertreter in Leverkusen.

Grundlage für seine Einschätzung ist die von der Burscheider Feuerwehr veröffentlichte Unfallchronik auf deren Hompage (www.feuerwehr-burscheid.de). Danach seien von der Wehr in diesem Jahr bereits über 20Einsätze auf dem Abschnitt zwischen Burscheid und dem Leverkusener Kreuz gefahren worden.

Auch der Burscheider FDP-Fraktionschef Rolf Mebus meldete sich am Dienstag im Hauptausschuss mit dem Thema zu Wort. "Welche Maßnahmen kann man hier treffen?", bat er Bürgermeister Kahrl um Unterstützung, die Bundesautobahn sicherer zu machen. Der versprach: "Wir werden mit den Verantwortlichen sprechen."

Signifikant ist beim Blick auf die Homepage der Feuerwehr tatsächlich, dass die Alarmmeldungen auf der Autobahn die Burscheider Kräfte in diesem Jahr meistens in Richtung Leverkusen geführt haben (16 von insgesamt 20Unfällen auf der A1).

Ob deshalb aber Raserei eine Hauptursache für die Unfallhäufigkeit ist, möchte Stadtbrandmeister Achim Lütz nicht bestätigen. "Wir betreiben ja keine Unfallforschung", erklärt er zurückhaltend, gibt aber zu bedenken, dass viele Unfälle kurz vor dem Kreuz Leverkusen geschehen - also aufgrund des dort häufigen Staus.

Die hohen Unfallzahlen müssten jedoch für Busch zu einer Konsequenz führen: "Auf der A1 ab Burscheid muss eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingerichtet werden. Die Höhe muss von Experten festgelegt werden." Zuständig hierfür ist die Bezirksregierung. Dort wird auf BV-Anfrage seit gestern geprüft, warum es bislang noch kein Tempolimit gibt. Eine Antwort wird heute erwartet.

Bernd Löchter vom Straßenbetrieb NRW erläutert, dass die Betonwände gebaut worden seien, um Autofahrer zu schützen. Gerade alte Leitplanken aus Stahl würden häufig von Unfall-Fahrzeugen durchbrochen und sie landeten auf der Gegenfahrbahn. "Das ist das Schlimmste, was passieren kann."