600 Einsätze in 34 Sprachen

600 Einsätze in 34 Sprachen

Sprachpaten ermöglichen ein einfacheres Zusammenleben in Leverkusen.

Leverkusen. „Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Jeder, der die Möglichkeit und die Kraft dazu hat, sollte anderen helfen. Das macht das Zusammenleben einfacher.“ So lautet die Überzeugung einer Sprachpatin, die seit Beginn des Projekts im Juni 2016 aktiv ist. Mittlerweile sind es 65 sogenannte Sprachpatinnen und -paten, die sich als ehrenamtliche Übersetzerinnen und Übersetzer dafür engagieren, dass sprachliche Hürden von Zugewanderten im Kontakt mit Leverkusener Institutionen schneller überwunden werden.

Dass sich das Projekt in einem solchen Umfang entwickelt, war zunächst nicht zu erwarten, als das Kommunale Integrationszentrum das Konzept vor zwei Jahren erarbeitete. Doch die Hilfsbereitschaft war von Anfang an groß; es konnten immer mehr Ehrenamtliche gewonnen werden. Inzwischen haben über 600 Einsätze von Sprachpaten stattgefunden. Mit 34 Sprachen und Dialekten steht der Pool an Ehrenamtlichen für niedrigschwellige Übersetzungssituationen im Alltag von Neuzugewanderten zur Verfügung. Viele Personen, die sich als Sprachpate engagieren, haben eine eigene oder familiäre Zuwanderungsgeschichte.

Wie werden Sprachpatinnen und -paten eingesetzt Leverkusener Institutionen, wie Beratungsstellen, Fachbereiche der Verwaltung oder Bildungseinrichtungen, können über das Kommunale Integrationszentrum der Stadt eine ehrenamtliche Übersetzung für einen Gesprächstermin anfragen. Die Kontaktdaten der Ehrenamtlichen werden dabei nicht weitergegeben, sondern der Einsatz wird komplett über die Stadt koordiniert. Mit regelmäßigen Reflexionsgesprächen, Fortbildungen und Supervisionsangeboten werden die Sprachpatinnen und Sprachpaten in ihrem Engagement unterstützt und auf ihre Aufgaben vorbereitet.

Über das Landesprogramm „Komm-an NRW“ erfolgt außerdem eine Aufwandsentschädigung für das ehrenamtliche Engagement. Auch wenn eine ehrenamtliche Übersetzungstätigkeit nicht den Einsatz von professionellen Dolmetschern, zum Beispiel bei besonders sensiblen Beratungsinhalten, ersetzen kann, stellt das Angebot doch einen wichtigen Baustein bei der Unterstützung von Institutionen und Zugewanderten in Leverkusen dar. Institutionen, die einen Einsatz von Sprachpaten benötigen oder Interessierte, die sich ein ehrenamtliches Engagement als Sprachpatin oder —pate vorstellen können, erhalten Informationen direkt beim Kommunalen Integrationszentrum:

Stadt Leverkusen, Kommunales Integrationszentrum, Nejla Onat — Koordination Ehrenamt und Sprache, Kontakt: Telefon 0214 / 406-5228 oder E-Mail: nejla.onat@stadt.leverkusen.de