25 volle Einkaufswagen für die Tafel

25 volle Einkaufswagen für die Tafel

Realschüler haben Kunden von Burscheider Supermärkten um Spenden für Bedürftige gebeten.

Burscheid. Die Räume der Burscheider Tafel sind überfüllt. Auf dem Boden stapeln sich etliche Kisten, die voll mit Lebensmitteln sind. Zwischen all den Waren drängeln sich Schüler der Realschule. Sie haben in dieser Woche vor Supermärkten Lebensmittel für die Burscheider Tafel gesammelt. "Über 25 Einkaufswagen waren voll", sagt die 15-jährige Alina.

Unter dem Motto "Gemeinsam handeln - Verantwortung übernehmen" hat die Realschule eine Projektwoche veranstaltet. Lehrerin Anne Elsweiler hatte die Idee, sich mit ihrer Gruppe der Burscheider Tafel zu widmen. "Wir wollten, dass die Kinder gemeinschaftlich handeln, sich aber auch wenn möglich mit den sozialen Einrichtungen in der Stadt vernetzen", sagt sie. Sie dachte sich auch die "Aktion plus 1" aus. Die Idee: "Die Kunden sollen zusätzlich zu ihrem Einkauf einen Artikel spenden", sagt Alina.

Realschüler aus den Jahrgangsstufen sieben bis zehn haben sich an dem Projekt beteiligt. Bei der Durchführung wurde Anne Elsweiler von ihrem ehemaligen Lehrerkollegen Manfred Durdel unterstützt.

Jetzt wollen die insgesamt 20 Schüler den Tafel-Mitarbeitern auch ihre Ausbeute überreichen. Mitten im Chaos aus Kisten und Realschülern stehen Renate Lunow und Martin Heykants vom Tafel-Vorstand und strahlen über beide Ohren. "Es ist schon unglaublich, was die Kinder in der Öffentlichkeit losgetreten haben", sagt Heykants. "Obwohl Burscheid eine relativ kleine Stadt ist, ist es erstaunlich, wie viel die Burscheider in der Lage sind abzugeben."

Doch bevor die Realschüler mit dem Sammeln loslegen konnten, stand erst mal Theorie auf dem Stundenplan. "Wir haben im Internet über die Tafel recherchiert. Am Dienstag haben wir sie dann besucht und die Mitarbeiter mit unseren Fragen gelöchert", sagt die Lehrerin. Außerdem hat die Projekgruppe "Gemeinsam für die Burscheider Tafel" Informations-Flyer über die Tafel und Dankeskärtchen für die Spender entworfen und hergestellt. "Die wurden hundert- und tausendfach ausgedruckt", sagt Elsweiler.

Am Mittwoch und Donnerstag ging es dann raus. "Wir standen von 8 bis 12 Uhr vor vier Supermärkten und haben die Kunden angesprochen", erzählt die 15-jährige Sandra.

In Rollenspielen hatten die Schüler vorher ihr Auftreten gegenüber den Kunden erprobt. "Zuerst war es sehr schwer, die Leute anzusprechen", sagt der zwölfjährige Nick. "Aber als dann die ersten so positiv reagiert und auch was gegeben haben, ging’s."

Schlechte Erfahrungen blieben den Schülern erspart. "Es gab nur positive Rückmeldungen. Alle fanden unsere Idee gut", sagt Sandra. Auch die Schüler selbst sind begeistert. "Ich finde es gut, dass wir anderen geholfen haben", freut sich Nick. Und da die "Aktion plus 1" bei Schülern und Burscheidern gut angekommen ist, wäre sogar eine Wiederholung möglich. "Wir hätten jedenfalls nichts dagegen", sagt Heykants.

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