1. NRW

Breyell: Private Gärten sind flächenmäßig so groß wie die Naturschutzgebiete

Nettetal : Nettetaler für ihre Gärten ausgezeichnet

Grüne würdigen besonders naturnahe Grünflächen für den Beitrag zur Artenvielfalt.

Der Tag beginnt früh für Anni Pielen: „Morgens bin ich immer schon vor dem Frühstück auf meinem Balkon“, erzählte die 87-Jährige aus Lobberich. An ihrem Lieblingsort blüht und grünt es fast das ganze Jahr über. Das beeindruckte auch die Jury des Wettbewerbs „Vielfältige Vorgärten“: Sie zeichnete Anni Pielen mit einem Preis in der Kategorie Balkon aus. Geehrt wurden jetzt im Saal des Restaurants Hahnestroat in Breyell zehn Nettetaler für ihre naturnahen Vorgärten, Terrassen und Balkone; sie erhielten Pflanzengutscheine und Geldpreise, für den ersten Platz gab es 250 Euro.

„Die Gärten in Deutschland haben zusammen eine ebenso große Fläche wie alle Naturschutzgebiete“, sagte Guido Gahlings über die Bedeutung der privaten Grünflächen. Die Nettetaler Grünen hatten den Wettbewerb ausgelobt. In der Jury saßen anerkannte Experten, und mehr als 40 Nettetaler haben teilgenommen. Den Sinn der Sache erläuterte Ortsverbandsvorsitzender Christian Küsters: „Wir wollten auch ein Zeichen setzen gegen den traurigen Trend zu lebensfeindlichen Schottergärten und so eine Diskussion anstoßen.“ Das gelang offensichtlich, wie Gahlings ausführte: „Die Resonanz war überraschend groß, Sponsoren wie Familie Thielen vom Grünen Warenhaus und Stauden Hendrikx stifteten Gutscheine als Preise.“

Die Jury lobte die große
Vielfalt der Gartengestaltung

Besondere Freude hatte Jury-Mitglied Heike Meinert, Leiterin des Nettetaler Grünflächenamtes, am Engagement von Frank Neuman aus Kaldenkirchen. Er hat vor seinem Haus die Pflege für das kommunale Baumbeet übernommen, es mit viel Liebe mit Stauden bepflanzt. Neumanns Initiative wurde mit einem Pflanzengutschein prämiert.

Mit Herzblut gestalten auch Andrea Heinen-Withofs und Sven Withofs ihren Vorgarten in Leuth, der mit dem zweiten Platz bedacht wurde. Die Jury, der neben Meinert Landschaftsarchitektin Andrea Brönner sowie Heinz Tüffers, Mitbegründer des Naturschutzhofes und Blumenwiesen-Experte, angehörte, lobte „die große Vielfalt. Beispiele für naturnahe, teils unkonventionell gestaltete Vorgärten hatten etliche Teilnehmer vorzuweisen. Gahlings: „Sie alle gehörten zu den Gewinnern, denn Sie schaffen Netzwerke der Artenvielfalt.“

In der Kategorie Vorgärten siegte Jens Janßen aus Lobberich, der eine „unkonventionell gestaltete Blühwiese“ als Vorgarten hat. Den zweiten Platz belegte: Andrea Heinen-Withofs und Sven Withofs aus Leuth, Markus Heines aus Lobberich landete auf dem dritten Platz. Kategorie Balkon/Terrasse: Anni Pielen, Lobberich, und Angelika Horn, Breyell. Pflanzengutscheine erhielten: Angela Wekx, Schaag; Detlef Vaessen, Hinsbeck; Frank Neumann, Kaldenkirchen; Änne Drießen, Hinsbeck; Karin Gottschlich, Hinsbeck.