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NRW: Brandstiftung als „Lösung“

NRW : Brandstiftung als „Lösung“

Mit Feuer und Brandbeschleuniger soll ein Mann einem Paar geschadet haben.

Per Rachefeldzug mit Feuerzeug und Brandbeschleuniger soll ein 24 Jahre alter Tatverdächtiger mehrfach gegen ein missliebiges Paar aus der Nachbarschaft vorgerückt sein. Jahrelang schwelte in jener Siedlung ein erbittert geführter Streit um die Vorrechte in einem Wendehammer und darum, wer dort parken dürfe und wer nicht.

Durch vier Brandstiftungen soll der junge Mann dann versucht haben, eine Entscheidung herbeizuführen. In der Anklage gegen ihn, über die demnächst das Landgericht verhandelt, heißt es nun, er habe erst Mülltonnen, dann auch die Autos der unbequemen Nachbarn angezündet. Den Sachschaden bezifferten Ermittler mit rund 60 000 Euro.

Formell zählt jener umstrittene Wendehammer im Nordosten der Stadt zum Grundstück eines dort wohnenden Paares. Mangels Alternativen nutzten die Eigner das Ende dieser Stichstraße auch zum Parken ihrer Autos, außerdem gab es dort einst Bauwagen sowie ein Wohnmobil der Grundstücksbesitzer. Dieser Fuhrpark soll aber nicht nur bei den Nachbarn für Unmut gesorgt haben, sondern auch bei der Stadt. Die nämlich pochte darauf, dass der Wendehammer für Rettungskräfte stets freibleiben müsse, kündigte im Herbst 2020 sogar Konsequenzen an, falls dafür nicht gesorgt würde.

Laut Anklage soll dann der 24-Jährige von Ende September bis Mitte Oktober 2020 innerhalb von zwei Wochen viermal losgezogen sein, um die Missstände eigenmächtig zu regeln. So habe er zunächst frühmorgens Mülltonnen vor dem Haus des Paares angezündet – und dadurch zugleich einen dort abgestellten Bauwagen in Brand gesetzt. Nur wenige Stunden danach soll er dann Feuer an einem der Autos der ungeliebten Nachbarn gelegt haben. Auch deren zweites Auto, das direkt daneben stand, wurde laut Ermittlungen dadurch stark beschädigt. Und nur zwei Tage später brannte es wieder in jenem Wendehammer, diesmal wurde ein anderer Bauwagen neben dem Haus des Nachbarpaares komplett zerstört. Und im vierten Fall geriet Mitte Oktober das geparkte Wohnmobil des Paares in Flammen und brannte völlig aus.

Auch durch Videoaufnahmen will die Staatsanwaltschaft nun nachweisen, dass für alle vier Brandstiftungen nur der 24-Jährige als Täter in Frage kommt. Zumal er mehrfach selbst den Einsatzalarm bei der Feuerwehr ausgelöst, sich bei Vernehmungen dann in Widersprüche verstrickt habe – und in seiner Wohnung auch Brandbeschleuniger gefunden wurden, die laut Gutachten angeblich zu den Spuren vom Brandort passen. Der Prozess soll im Juli beginnen.