Tischtennis Timo Boll kämpft sich zurück

Die Düsseldorfer gewinnen in Neu-Ulm 3:0 und verteidigen den Spitzenplatz in der Tischtennis-Bundesliga.

 Timo Boll brachte die Borussia durch ein 3:1 gegen Lev Katsman mit 1:0 in Führung.

Timo Boll brachte die Borussia durch ein 3:1 gegen Lev Katsman mit 1:0 in Führung.

Foto: RP/HORSTMUELLER GmbH

Der TTC Neu-Ulm bleibt der „Lieblingsgegner“ der Borussia. Im insgesamt siebten Duell mit den Bajuwaren, diesmal am 16. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL), gelang dem amtierenden deutschen Meister der siebte deutliche Sieg. Nach weniger als eineinhalb Stunden Spielzeit hieß es in der Sporthalle der Hermann-Köhl-Schule in Pfaffenhofen 3:0 für die Gäste. „Das war ein guter Sieg gegen drei junge, wilde Spieler“, bilanzierte Borussia-Cheftrainer Danny Heister. „Wir haben die knappen Sätze gewonnen und in den entscheidenden Momenten haben die Jungs taktisch richtige Entscheidungen getroffen. Wenn man 3:0 gegen Neu-Ulm gewinnt, muss man natürlich zufrieden sein.“ Nur einmal, es war der 7. Februar 2021, gelang dem TTC ein 1:3. Damals hatte Thiago Apolonia überraschenderweise Borussias Besten, Timo Boll, bezwungen.

Im Liga-Rückspiel der Saison 2021/22 trat Neu-Ulm ohne Apolonia und den zweiten zuverlässigen Punktelieferanten Kay Stumper an. Während Borussia-Cheftrainer Danny Heister seine derzeit wohl besten Aufstellung, also Anton Källberg, Timo Boll und Dang Qiu, an den Tisch schickte. Das Borussia-Trio hatte vor der Neu-Ulm Partie 39 TTBL-Einzel gespielt und nur drei verloren. Das half, damit die Borussen die Tabellenspitze der TTBL zieren. Die Neu-Ulmer Lev Katsman, Ioannis Sgouropoulos und Vladimir Sidorenko hatten 28 Mal den Schläger in der Liga geschwungen, dabei aber lediglich neun Erfolge eingefahren. Mehr als Rang sieben ist da nicht drin.

Kein Wunder also, dass die von der TTBL vor der Partie errechneten Prognosen dem Gastgeber nur eine 0,6-prozentige Siegchance prophezeiten und einem 3:0 der Borussen 71,2 Prozent einräumten. In diesem Fall traten die Prognosen mit 100-prozentiger Sicherheit zu.

Allerdings war in Neu-Ulm nicht alles Gold was glänzt. So war Timo Boll der Trainingsrückstand nach seiner zweimonatigen Verletzungs- und Corona-Pause anzumerken. Dem 40-jährigen fehlt eindeutig noch die Dynamik. Dank seiner überragenden technischen und taktischen Fähigkeiten reichte es dennoch zu einem Vier-Satz-Sieg über Mannschafts-Vizeeuropameister Lev Katsman. „Ich bin ja immer sehr selbstkritisch“, urteilte Boll nach der Partie. „Ich sage immer, dass ich nicht mehr der schnellste Spieler bin. Aber im Moment bin ich sehr langsam. Nach der langen Pause ist das auch normal. Aber insgesamt geht es aufwärts.“ Källberg hingegen stagniert in seinen Leistungen. Doch das Niveau des Schweden ist weiterhin unfassbar hoch. Es hatte den Anschein, als würde Källberg mit Sgouropoulos nur spielen. Immer, wenn es eng wurde, schaltete der Borusse einen Gang hoch und machte die entscheidenden Punkte. Der Schwede baute seine TTBL-Einzelbilanz auf 20:1 aus.

Dahinter muss sich Dang Qiu kaum verstecken. Zwar musste der deutsche Mannschaftseuropameister genau wie im EM-Finale Sidorenko einen Satz überlassen, aber am Ende hieß es ebenfalls 3:1 für den Borussen. Es war eine abwechslungsreiche Partie, beide hatten keine Angst vor risikoreichem, angriffsfreudigem Spiel, indem sich Dang als der Sicherere im Risiko erwies.

Er hat derzeit ein 11:1 TTBL-Bilanz. „Ich habe einen eindeutigen Sieg unserer Mannschaft gesehen und bin froh, dass Timo schon wieder so solide spielt. Das sieht für mich jetzt schon deutlich flüssiger aus als noch letzte
Woche.“

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