Tischtennis Borussia steckt im Terminstress

Düsseldorfs Tischtennisprofis absolvieren bis Ende Januar innerhalb von drei Wochen sieben Partien. Am Mittwoch müssen sie in Polen antreten.

 Der verletzte Timo Boll fährt nicht mit nach Polen.

Der verletzte Timo Boll fährt nicht mit nach Polen.

Foto: dpa/Swen Pförtner

(tino) Über Arbeitsmangel brauchen sich die Borussen zum Jahresanfang nicht zu beschweren. Die Profimannschaft hetzt im Januar zwischen Pokalspielen, Tischtennis-Bundesliga (TTBL) und Champions League hin und her. Zwischen dem 8. und 30. Januar stehen sieben Partien auf dem Spielplan. Der führt die Profis unter anderem nach Polen, Bergneustadt sowie Bremen. Und weil das noch nicht genug ist, organisieren die Borussen in heimischer Halle die weltweit einzigen Weltranglistenturniere im Januar, zwei so genannte Feeder-Turniere. Von Mittwoch bis zum 15. Januar und anschließend vom 17. bis 20. Januar spielen unter anderem der Österreicher Robert Gardos (Weltrangliste 26), der Mannschaftseuropameister und deutsche Einzelmeister Benedikt Duda oder der Ex-Borusse Ricardo Walther um eine höhere Platzierung in der Weltrangliste. „Für diese Turniere müssen wir keine Lizenzgebühren bezahlen und können die Meldegelder behalten“, sagt Borussia-Manager Andreas Preuß. „Nach Abzug aller Kosten bleiben dann hoffentlich ein paar Euros für uns übrig.“

Beim ersten der beiden Feeder Turniere ist kein Borussen-Profi in der Teilnehmerliste zu finden. Logisch, sind sie doch am Mittwochnachmittag im Champions-League-Viertelfinale bei K.S. Dekorglass Dzialdowo aktiv und müssen am kommenden Sonntag in Bergneustadt um Bundesligapunkte spielen.

Bei solchen Belastungen lassen die Trainer gerne mal rotieren. Das würde auch Borussia-Cheftrainer Danny Heister gerne machen, aber er hat keine Chance. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Timo Boll, der Rekord-Europameister leidet an einer Bauchmuskelverletzung, und des pandemiebedingten Einreiseverbots von Sharat Kamal Achanta stehen Heister nur noch drei fitte Spieler zur Verfügung. Die Terminhatz muss von Anton Källberg, Kristian Karlsson und Dang Qiu bewältigt werden. Genau dieses Trio will im polnischen Dzialdowo im Champions-League-Viertelfinalhinspiel die Niederlage im Pokalfinale vergessen machen. „Die Spieler sind Profis und wissen, wie sie mit Niederlagen umzugehen haben. Wichtig ist, dass sie etwas aus dem Spiel lernen“, meint Heister. „Wir müssen in Dzialdowo auf der Hut sein. Die Mannschaft ist gefährlich und wir wollen beim Rückspiel zuhause nicht unter Druck stehen und uns daher eine gute Ausgangsposition verschaffen.“

Källberg kassierte im
Pokalfinale zwei Niederlagen

Knackpunkt im Pokalfinale war, dass Anton Källberg die Selbstverständlichkeit seines Spiels verloren hatte und beim 1:3 gegen den 1. FC Saarbrücken TT zwei Niederlagen kassierte. Das lag daran, dass bei seiner Freundin eine Corona-Infektion diagnostiziert wurde. Die lief zwar ohne Symptome ab, zwangen den Tischtennisspieler aber dazu, viele PCR-Tests zu machen und während der Quarantäne-Phase in eine Hotel zu ziehen. „Inzwischen ist die Quarantäne beendet und Anton trainiert wieder voll“, verrät Brussia-Pressesprecher Alexander Schilling.Källbergs alte spielerische Leichtigkeit brauchen die Düsseldorfer in Polen, weisen sie doch den aktuellen Vize-Weltmeister Truls Moregard (Schweden) als Spitzenspieler aus. Dazu kann K.S.-Trainer Michal Dziubanski noch Jakub Dyjas (Polen), Taimu Arinobou (Japan) und Liao Cheng-Ting (Taipeh) aufbieten. Bei den Borussen rechnet man mit Moregard, Dyjas und Liao am Tisch. In der Champions League darf pro Begegnung pro Team jeweils nur ein nicht EU-Ausländer eingesetzt werden und, weil die japanischen Meisterschaften noch im Januar gespielt werden, glaubt man am Staufenplatz eher mit dem Einsatz des Mannes aus Taipeh. „Es geht quasi schon wieder um Alles oder Nichts“, erläutert Preuß. „Aber wir sind stark, Dang ist in Topform, auch Kristian hat gut agiert und Anton hatte beim Pokal Final Four keinen guten Tag. Er wird sich wieder steigern und die Jungs werden kämpfen wie die
Löwen.“