1. NRW

Betreutes Wohnen mit angeschlossener Tagesklinik im Belgischen Viertel in Viersen

Wohnprojekt in Viersen : Neue Wohnungen für Senioren sind fertig

Im „Belgischen Viertel“ gibt es ein neues Angebot für betreutes Wohnen. Der Bedarf ist groß – alle 45 Wohnungen sind schon jetzt vermietet.

„Ausnahmslos alle 45 Wohnungen sind vermietet.“ Mit diesem Satz löste Martin Stoof Erstaunen aus unter den mehr als 100 geladenen Gästen im Haus Krefelder Straße 85. Der Geschäftsführer des Seniorenzentrums Evangelische Kirchengemeinde Viersen übergab dort eine neue Einrichtung „Betreutes Wohnen“ mit angeschlossener Tagesklinik ihrer Bestimmung. Die Tochtergesellschaft „Diakonia – ambulanter Pflegedienst“ hatte zu dem Festakt im „Belgischen Viertel“ eingeladen.

Stoofs Satz und die Tatsache, dass während seiner Rede ein großer Möbelwagen mit offener Heckklappe im Hof der Anlage an der Krefelder Straße parkte, deuteten an, dass in der Einrichtung bereits pulsierendes Leben herrscht. Bis Weihnachten sind es 55 Senioren, die es sich in den hellen, lichtdurchfluteten Wohnungen gemütlich machen dürfen. Die Domizile in vier Kategorien – von Single bis Penthouse – sind zwischen 41 und 121 Quadratmeter groß.

Blick in die Wohnung von Peter Meies (81), der mit seiner Frau Irmgard auf 58 Quadratmetern lebt – plus 16 Quadratmetern Balkon. Foto: Axel Küppers

„Wir wissen beim Kreis Viersen, wie dringend benötigt dieser Wohnraum für Senioren ist“, sagte der stellvertretende Landrat Hans Kettler und bedankte sich für die Initiative bei der Evangelischen Kirchengemeinde. Als Fachbehörde zollte Katarina Esser, die Sozialdezernentin des Kreises, der Diakonia anerkennende Worte für die neue Einrichtung in zentraler Lage in Viersen. Esser hob auch auf den Bedarf an Fachkräften in der Pflege ab, den ein solch großes Haus mit sich bringt. Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) hatte auch die Angehörigen im Blick, die durch das Diakonia-Haus entlastet werden. Die Wohnungen bezeichnete sie als „stilvoll und behaglich“.

Das Wohnzimmer der Tagespflege. Foto: Axel Küppers

Gottes Segen spendeten der Einrichtung Superintendentin Barbara Schwahn und Pfarrer Hans Bretschneider. Letzterer hat allein deshalb eine besondere Beziehung zur Einrichtung aufgebaut, „weil meine Mutter hier eingezogen ist“. Barbara Schwahn wünschte der Einrichtung „eine gute Hausgemeinschaft“. Andrea Wilms, Leiterin sowohl des „Betreuten Wohnens“ als auch der ambulanten Tagespflege, bedankte sich bei den Mietern und Tagespflege-Besuchern für die Toleranz bei den „Kinderkrankheiten“, die solch eine Einrichtung im Zuge der Eröffnung mit sich zieht.

Anschließend sahen sich die Ehrengäste die Tagespflege, die Gesellschaftsräume und die Wohnungen an. „Die Tagespflege für 18 ältere Menschen befindet sich auf 340 Quadratmetern im Erdgeschoss der Wohnanlage für das betreute Wohnen und verfügt über eine großzügige Außenterrasse zum innenliegenden Parkplatz“, berichtete Pflegedienstleiter Sebastian Schinkels. Zielgruppe für die Tagespflege seien ältere und hochbetagte Menschen, die in der Regel noch in der eigenen Häuslichkeit leben und tagsüber einen besonderen Betreuungsbedarf haben. „Unser Bestreben ist der größtmögliche Erhalt der Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit unserer Gäste, gepaart mit einer guten Einbindung in das soziale Gefüge der Tagespflege“, so Martin Stoof. Die Tagespflege ist von montags bis donnerstags von 8.15 bis 16.30 Uhr, freitags von 8.15 bis 15.15 Uhr geöffnet.

Der Bus hält direkt vor der Tür der betreuten Wohnanlage. Foto: Axel Küppers

Beim Rundgang durch das Gebäude verwies Sabine Anemüller auf die attraktive Umgebung der Viersener Südstadt. „Mit dem Nordkanal, Grünanlagen, Wohnhäusern, Spielplätzen bietet das Ensemble eine gute Atmosphäre“, sagte die Bürgermeisterin. Fußläufig sind zum Beispiel ein Supermarkt, Friseur, Apotheke, Blumenladen, Schuster, Cafés und der Viersener Bahnhof zu erreichen. akü