NRW: Bausch-Tanztheater: Prozess um Kündigung von Ex-Intendantin

NRW : Bausch-Tanztheater: Prozess um Kündigung von Ex-Intendantin

Gut ein Jahr ist es her, dass das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch sich im Streit von seiner damaligen Intendantin Adolphe Binder trennte. Die Kulturmanagerin klagte mit Erfolg: Die fristlose Kündigung sei unwirksam, hatte ein Richter des Arbeitsgerichts Wuppertal im Dezember 2018 entschieden.

Noch am selben Tag kündigte die Leitung des berühmten Tanztheaters Berufung an. Die ist vor dem Landesarbeitsgericht in Düsseldorf für Dienstag (20. August) angesetzt. Möglicherweise entscheidet das Gericht noch am selben Tag.

Der erste Termin in einem kleinen Raum des Arbeitsgerichts Wuppertal hatte lange gedauert. Etliche Tänzer und Mitarbeiter des Tanztheaters verfolgten stehend und still die Verhandlung. Sie hatten wohl gehofft, mehr Informationen zu bekommen. Denn die fristlose Kündigung war nur knapp begründet worden: unter anderem mit der Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit und dem Fehlen eines Spielplans für die nächste Saison. Die Tänzer waren von der Entwicklung auf einer Gastspielreise überrascht worden. Binder war insgesamt nur gut ein Jahr auf dem Posten.

Deutlich wurde während der Verhandlung des Arbeitsgerichts, dass Geschäftsführung und die Intendanz heillos zerstritten waren. Es hatte eine Mediation gegeben. Mitarbeiter beschwerten sich beim Chef der Stadtverwaltung. „Natürlich gab es erhebliche Spannungen“, hatte der Richter zusammengefasst. Jedoch habe die Geschäftsführung des Tanztheaters nichts unternommen, um zu deeskalieren.

Unterdessen arbeitet seit November 2018 am Tanztheater eine komplett neue Führungsriege: Geschäftsführer ist Roger Christmann, die Intendantin nun Bettina Wagner-Bergelt. Beide sind gleichberechtigt. Das war bei Binder nicht so, da hatte die Geschäftsführung das letzte Wort. Auf der Bühne hat sich nichts geändert: Die Wuppertaler Compagnie tritt auf vor ausverkauften Häusern, inszeniert die Stücke von Pina Bausch und führt sie mit großem Erfolg vor einem internationalen Publikum auf.

Pressemitteilung Landesarbeitsgericht

(dpa)
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