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Stadtteil-Porträt (4): RP und Verbandswasserwerk unterwegs in...: Baumberg lockt mit vielseitigen Angeboten

Stadtteil-Porträt (4): RP und Verbandswasserwerk unterwegs in... : Baumberg lockt mit vielseitigen Angeboten

Vor allem junge Familien hat es in das Neubaugebiet am Waldbeerenberg gezogen.

Der von sprudelnden Gewerbesteuern genährte dynamische Wandel zeigt sich bisher vor allem im Ortsteil Monheim. Baumberg ist jedoch der Ortsteil mit dem größten Bevölkerungswachstum – am Waldbeerenberg entstehen derzeit 169 Wohnungen. Und nebenan, im Hasholzer Grund liegen bereits Asphaltbahnen im ehemaligen Acker, bereiten Bagger den Baugrund für 60 weitere Häuser vor. Schon vor anderthalb Jahren haben die ersten Bewohner die dunkelgrau verklinkerten Doppelhäuser bezogen. Es sind vor allem junge Familien mit Kleinkindern, die entweder aus einer Wohnung in Baumberg ins erste Eigenheim umzogen oder aus weiterer Entfernung kommend einen strategisch günstigen Standort für den Arbeitsplatz in einer der nahen Großstädte suchten.

Die 38-jährige Qualitätsmanagerin von der Europaallee, die aus dem Süddeutschen stammt, schätzt an Baumberg das ländliche Ambiente. „Eine schöne Größe, man bekommt alles für den täglichen Gebrauch, hat die Rheinnähe und die Anbindung an die Großstädte“, sagt sie. „Zentral, aber dennoch ab vom Trubel.“ Das Angebot an Kitas sei groß, aber sie bemängelt, dass wegen des Personalmangels die einst großzügigen Öffnungszeiten wieder beschnitten wurden.

Ihre 39-jährige Nachbarin hat mit ihrer Familie schon die Bildungsstufe erklommen. „Nur zwei Grundschulen in einem Stadtteil mit vielen Kindern ist etwas wenig“, findet sie. Sie wundert sich, dass es in Baumberg keine weiterführende Schule gibt.

Viele Neubürger schätzen die Ruhe, trotz Nähe zur Großstadt

Für einen 32-jährigen Düsseldorfer war der Waldbeerenberg eine „bezahlbare“ Alternative zur Großstadt. „Hier, auf dem Feld, habe ich früher Erdbeeren gepflückt“, sagt er. Die vielen kostenlosen Angebote für Kinder – egal ob bei der Betreuung oder in der Freizeit – bedeuteten für ihn eine spürbare finanzielle Entlastung.

Bei der Versorgung mit alltäglichen Gütern liegen die Lebensmitteldiscounter am Holzweg für die Neubürger schon fast zwangsläufig am Weg, aber das angrenzende Einkaufszentrum „fühlt sich ausgestorben an“, sagt die süddeutsche Zuwanderin. Die Stadt hat die Zeile gekauft, um sie in ihrer alten Funktion eines Nahversorgungszentrums wiederzubeleben. Der Termin für das geplante Facelifting der recht angegrauten Passage steht noch aus, aber es hat eine Frischblutzufuhr gegeben. Mit ihrem Baumberger Früchtehof kommt Meral Altuntas der Nachfrage nach frischem Obst, Gemüse und Fleisch jenseits der großen Discountergebinde entgegen. Unter den vorwiegend älteren Bewohnern der umliegenden Hochhäuser aus den 60er Jahren habe sie schon viele Stammkunden, die täglich kommen, um jeweils vorzugsweise einzelne Waren zu kaufen.

Auch Ulrike Spies mit ihrem Ballon-Geschäft hat ihr erstes Geschäftsjahr gut überstanden. Ihr Laden für Ballons für alle Zwecke, Partyartikel und Saisonware wie das Oktoberfest wird eher gezielt angesteuert. Insgesamt aber sei das Umfeld unbelebt: Der Blumenladen habe zugemacht und das Trödel-Geschäft „Nichts Neues“ gegenüber öffne erst jetzt wieder nach einer ausgedehnten Sommerpause. „Wenn ich die dreijährige Startphase schon hinter mir hätte, würde ich noch ein Geschäft für Damenbekleidung aufmachen – so für meine Generation“, sagt die 56-Jährige.