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Auch in Krefeld: Limes-Bewerbung für Weltkulturerbe läuft nach Plan

Römische Grenzanlage auch in Krefeld : Limes soll Weltkulturerbe werden: Bewerbung läuft nach Plan

Bis zu 30.000 römische Soldaten waren am Rhein stationiert. Spuren davon finden sich zuhauf – unter anderem in Krefeld. Die Grenze und all die Anlagen sollen jetzt ins Unesco-Welterbe aufgenommen werden.

Die Bewerbung um Aufnahme der römischen Grenzanlagen am Rhein in das Weltkulturerbe läuft nach Plan. Ende Februar 2021 könne noch auf Fragen der Gutachter geantwortet werden, sagte Steve Bödecker vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege in Bonn der Deutschen Presse-Agentur. Dann sei das Antragsverfahren abgeschlossen. „Corona hat den Fahrplan bislang nicht beeinträchtigt“, sagte der Bonner Archäologe.

Den Antrag beim Welterbekomitee auf Eintragung ins Unesco-Register haben die Niederlande sowie die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Anfang 2020 gemeinsam gestellt. In ihrem Gebiet waren vor etwa 2000 Jahren bis zu 30.000 Soldaten stationiert. Der Niedergermanische Limes war die gut bewachte Außengrenze des mächtigen römischen Reichs zu Germanien.

Die Grenzregion war dadurch auch ein Zentrum antiker Kultur und der Beginn der Städte im Rheinland. Der größte Teil der einstigen Grenze liegt auf NRW-Gebiet: Es sind 220 Kilometer zwischen Bonn und Kleve am damaligen Verlauf des Rheines. Weil der Fluss die Grenze war, ist es der „nasse Limes“.

Da aber die Unesco-Welterbesitzung im Sommer 2020 in China wegen Corona ausgefallen ist, könnte sich die weitere Behandlung verzögern. Dass der Antrag bei der nächsten Sitzung behandelt wird, steht daher noch nicht fest. „Aber es besteht derzeit Hoffnung, dass die Unesco trotzdem am üblichen Zeitplan festhält“, sagte Bödecker.

19 Kommunen im Rheinland liegen am damaligen Limes. Ein archäologisches Zeugnis in Köln ist der große Palast des Statthalters, die damalige militärische Kommandozentrale von Niedergermanien. Auch in Duisburg, Moers, Neuss, Monheim, Wesel, Krefeld oder Kalkar haben die Römer sichtbare Spuren hinterlassen - etwa in Form von Militäranlagen, Heiligtümern, Statuen oder Alltagsgegenständen. In Xanten ist eine ganze Siedlung als Bodendenkmal erhalten und kann im Archäologischen Park besichtigt werden. Die meisten Fundorte am Rhein haben bereits Denkmal-Status.

Nordrhein-Westfalen hat bislang fünf Welterbestätten: den Aachener und den Kölner Dom, die Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl bei Bonn, die Zeche Zollverein in Essen und Schloss Corvey in Höxter.

(dpa)