1. NRW

Auch in Düsseldorf startet der Regelbetrieb ab dem 17. August

Kinderbetreuung : Kitas sind für die Rückkehr zum Normalbetrieb gerüstet

Die Stadt beantwortet die „Schnupfenfrage“. Und stellt ihre Pläne für das neue Kindergartenjahr vor. Es gibt 20 neue Kitas und 1000 zusätzliche Betreuungsplätze.

Die Stadt begrüßt die vom Land verkündete Rückkehr zum normalen Regelbetrieb in den Kitas zum 17. August. „Ich halte das für angemessen“, sagte Jugenddezernent Burkhard Hintzsche bei der Vorstellung der städtischen Pläne für das neue Kita-Jahr 2020/21. So sei die Rückkehr aller Kinder in ihre Gruppen auch eine logische Konsequenz aus der Corona-Studie der Heine-Universität, bei der nur eine von 5210 mehrfach getesteten Personen in Kitas „positiv“ war. „Warum soll man dann eine Infrastruktur, die so wichtig für unsere gesamte Gesellschaft ist, nicht wieder hochfahren?“, fragte Hintzsche rhetorisch. Auch wenn er hinzufügte, dass es eine hundertprozentige Sicherheit selbst mit noch so vielen Tests nicht geben könne.

Vor allem ist es für die Kinder gut, wenn sie in drei Wochen wieder mit allen Kindern in ihrer Gruppe zusammenkommen und spielen können. Die Kitas sind hygienetechnisch vorbereitet, es gebe erst einmal keinen „zusätzlichen Handlungsbedarf gegenüber den letzten Wochen im eingeschränkten Betrieb“, versichert Jugendamtsleiter Johannes Horn. Allerdings werde man in der Praxis sehr genau hinschauen und dann gegebenenfalls punktuell nachsteuern. Zur „Schnupfenfrage“ gibt es eine klare Ansage von Hintzsche: „Ein Kind, das Fieber hat, bleibt zu Hause. Läuft die Nase wegen einer Allergie, kann es kommen. Ist es ein Erkältungsschnupfen, bleibt es ein, zwei Tage zur Beobachtung daheim.“

Stadt schafft erstmals allein in Kitas 1000 neue Betreuungsplätze

Im Laufe des neuen Kita-Jahres verspricht die Stadt – im Verbund  mit den freien Trägern – 1000 zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen (von aktuell 28 000 auf 29 000). Das Besondere ist, „dass diese 1000 jetzt reguläre Kita-Plätze sind, on top kommen weitere in der Tagespflege“, sagt Hintzsche. Ein ehrgeiziges Ziel, das vor allem durch Neu-, Erweiterungs- oder Ergänzungsbauten von Kindertagesstätten realisiert werden soll. 20 neue Tageseinrichtungen sind in der Planung, acht davon womöglich schon im Oktober bezugsfertig. Kurz vor der Sommerpause hatte der Rat dafür ein Investitionspaket von 46 Millionen Euro verabschiedet.

So kann die Stadt ihre im Bundesvergleich ohnehin recht ansehnlichen Betreuungsquoten weiter ausbauen. Im Bereich der unter Dreijährigen (U3) ist man aktuell bei 48 Prozent, in einem Jahr soll  erstmals die 50-Prozent-Marke geknackt werden (51,1%). 2012 lag die U3-Quote noch bei 35,6%. In absoluten Zahlen wird das Ausmaß des Ausbaus noch plastischer: Damals gab es 6142 U3-Plätze, jetzt sind es mit fast 9200 etwa 50 Prozent mehr. Und doch wird das erneut die Nachfrage nicht voll decken können, die Stadt rechnet derzeit mit einem Delta von etwa 600 Plätzen.

Bei den Drei- bis Sechsjährigen (Ü3) liegt die Quote aktuell bei 96,3, in einem Jahr gar bei 101,6% – wohlgemerkt auf die Gesamtstadt bezogen, das heißt: Es gibt in Düsseldorf dann insgesamt mehr Betreuungsplätze als Kinder in diesem Alter, in einzelnen Stadtteilen aber können es natürlich trotzdem zu wenig sein.  Nach wie vor muss sich die Stadt beim Kita-Ausbau sozusagen bergauf vorkämpfen, denn Düsseldorf wächst kontinuierlich und damit auch die Zahl der Kinder.Deshalb müssen Jahr für Jahr allein 500 neue Plätze her, um die Quote zu halten.

Erfreulich ist, dass das Land im Rahmen des neuen Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) seine finanzielle Unterstützung für Düsseldorf erhöht – von 140 auf 191 Millionen Euro im Jahr. Damit ist mehr Geld da, um Personal einzustellen. Was entscheidend ist, denn von der Gewinnung neuer Erzieherinnen und Erzieher hängt der gesamte Kita-Ausbau ab, wie Johannes Horn noch einmal klarstellt. Er ist stolz darauf, dass die Personalakquise auch in Corona-Zeiten gut gelaufen sei: „Für den August haben wir 81 neue pädagogische Kräfte fix, bis Oktober werden es insgesamt 146  sein.“ Zudem sind  mehr Ausbildungsplätze (aktuell sind es 62) besetzt – langsam, aber sicher auch von Männern.