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Anwälte kritisieren Einstellung von Loveparade-Prozess

NRW : Anwälte kritisieren Einstellung von Loveparade-Prozess

Anwälte von Nebenklägern und Angeklagten haben die Einstellung des Loveparade-Strafprozesses kritisiert. Ein Gutachten wurde nicht mehr in dem Verfahren eingeführt.

„Dies ist ein schlechter Tag für die Justiz“, sagte Nebenklage-Anwalt Julius Reiter am Montag nach dem Ende der letzten Sitzung in dem Mammutprozess. „Die Art und Weise der Beendigung unter Abwesenheit des Sachverständigen, den wir nicht befragen konnten, ist ein unwürdiges Ende des Prozess.“ Im Juli 2010 waren bei der Loveparade in Duisburg 21 junge Menschen auf einer Zugangsrampe erdrückt worden.

Das Landgericht Duisburg hatte den Prozess am 184. Verhandlungstag wegen vermutlich geringer Schuld der drei verbliebenen Angeklagten eingestellt. Einer der größten Strafprozesse der Nachkriegszeit ging damit ohne ein Urteil zu Ende.

Von einem „Desaster“ sprach Nebenklage-Anwalt Rainer Dietz. Er bemängelte, dass das 3800-Seiten-Gutachten des Sachverständigen nicht mehr in das Verfahren eingeführt worden sei. Damit bleibe es vorläufig und in Zivilverfahren „juristisch stets angreifbar“.

Verteidiger Volker Römermann kritisierte dagegen, dass seinem Mandanten durch die Einstellung ein fairer „Abschluss des Verfahrens durch einen Freispruch verwehrt“ worden sei. Das millionenteure Verfahren hätte keinen anderen Abschluss als einen „verjährungsbedingten Freispruch“ ergeben.

Landgericht Duisburg zum Loveparade-Verfahren

Prozesstagebuch des WDR

(dpa)