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Anne Lütkes: Aus dem Ruhestand in die Landesregierung

Porträt des Tages : Aus dem Ruhestand in die Landesregierung

Die ehemalige Düsseldorfer Regierungspräsidentin, Anne Lütkes, wird Justizministerin in Thüringen.

Anne Lütkes (71) soll in Thüringen Ministerin für Justiz und Bürgerbeteiligung werden. Die Grünen-Politikerin wurde am Montag vom Landesvorstand der Partei neben der bisherigen Umweltministerin Anja Siegesmund als Ministerin für die nächste rot-rot-grüne Landesregierung in Erfurt benannt. „Wir freuen uns, dass wir mit Anne Lütkes eine erfahrene Juristin und engagierte Streiterin für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in dieser politisch anspruchsvollen Situation gewinnen konnten“, erklärten die beiden Landessprecher der Grünen, Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt und Bernhard Stengele.

Die gebürtige Bergisch Gladbacherin Lütkes verfügt über große politische Erfahrung. Die Fachanwältin für Familienrecht war zehn Jahre lang Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kölner Stadtrat und trat 1999 als Oberbürgermeisterkandidatin in Köln an. Damals unterlag sie in der Stichwahl dem CDU-Kandidaten Harry Blum. Von 2000 bis 2005 war Lütkes dann Ministerin für Justiz, Frauen, Jugend und Familie in Schleswig-Holstein und Stellvertreterin von Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD).

In Düsseldorf ist Lütkes vor allem als Regierungspräsidentin bekannt. Im Sommer 2010 wurde sie Nachfolgerin von Jürgen Büssow (SPD) an der Spitze der Bezirksregierung. Das Amt hatte sie bis zu ihrer Verabschiedung in den Ruhestand Ende August 2017 inne – einem Ruhestand, der nun durch das Ministeramt in Thüringen nach zweieinhalb Jahren wieder endet.

In ihre Düsseldorfer Zeit fiel auch die Hochphase der Flüchtlingszahlen um das Jahr 2015. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) lobte bei ihrer Verabschiedung ihre „hervorragende Arbeit“ und ergänzte: „Hervorzuheben ist hier insbesondere die tragende Rolle, die die Bezirksregierung Düsseldorf unter Frau Lütkes bei der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen gespielt hat.“

Lütkes ist seit Jahren auch in der Kinderhilfe aktiv. Bis 2018 war sie zehn Jahre lang Schatzmeisterin bei Unicef Deutschland. Dem Vorstand des Vereins Deutsches Kinderhilfswerk gehört sie seit 2006 an und ist seit 2013 seine Vizepräsidentin.