NRW: Aldi zieht aus Essener Stammhaus aus

NRW : Aldi zieht aus Essener Stammhaus aus

Nach 100 Jahren ist das Aldi-Stammhaus in Essen für das wachsende Sortiment des Lebensmittelhändlers endgültig zu klein geworden. Das Unternehmen Aldi Nord will noch in diesem Jahr mit dem Bau einer mehr als doppelt so großen Filiale in unmittelbarer Nähe des Gebäudes beginnen, in dem die Aldi-Gründer Karl und Theo Albrecht geboren und aufgewachsen sind.

Der neue Markt mit knapp 1300 Quadratmetern Verkaufsfläche soll nach Unternehmensangaben Ende 2020 fertig sein. Der Bebauungsplan ist nach Angaben der Stadt Ende August 2019 in Kraft getreten.

Die Verkaufsräume im Aldi-Stammhaus sollen nach einem Jahrhundert Lebensmittelhandel künftig anderweitig genutzt werden. „Hierfür werden derzeit zahlreiche Möglichkeiten mit Interessenten geprüft“, teilte das Essener Unternehmen mit. Damit macht Aldi Nord deutlich, dass es auf einen externen Nutzer für die traditionsreiche Gewerbefläche hinauslaufen kann. Die Gründerfamilie habe sich jedoch aufgrund des emotionalen Bezugs zur Huestraße 89 dafür ausgesprochen, dass das Gebäude im Besitz der Unternehmensgruppe verbleibe, heißt es. Aldi hatte schon seit längerem einen Alternativstandort gesucht.

Der erste Laden der Unternehmerfamilie Albrecht war zunächst ein Backwarenhandel, den die späteren Eltern von Karl und Theo 1913 im heutigen Essener Stadtteil Schonnebeck eröffneten. Er befand sich in der heutigen Huestraße 87, in Anna Albrechts Elternhaus. Im Frühjahr 1919 verlegten die Albrechts ihr Geschäft in das benachbarte Wohn- und Geschäftshaus Nummer 89, das das Ehepaar gekauft hatte. Den neuen deutlich größeren Laden nannten sie „Kaufhaus für Lebensmittel Karl Albrecht“, wie aus einer Unternehmensdarstellung hervorgeht. Das 1909 errichtete Gebäude wird von Aldi selbst als Stammhaus bezeichnet.

(dpa)
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