Auswärtssieg im vorletzten Spiel DEG sichert sich in Augsburg den Klassenerhalt

Augsburg/Düsseldorf · Durch den 3:1-Erfolg bei den Augsburger Panthern ist klar: Die Düsseldorfer EG wird auch nächste Saison in der Deutschen Eishockey-Liga spielen. Aber es muss sich einiges ändern. Kapitän Philip Gogulla fordert personelle Konsequenzen.

DEG-Stürmer Adam Payerl (weißes Trikot) rauscht vor dem Augsburger Tor mit AEV-Goalie Dennis Endras zusammen.

DEG-Stürmer Adam Payerl (weißes Trikot) rauscht vor dem Augsburger Tor mit AEV-Goalie Dennis Endras zusammen.

Foto: RP/Birgit Haefner

Es waren emotionale Minuten nach dem Spiel am Sonntagnachmittag in Augsburg. Auf der einen Seite Trauer und Wut, auf der anderen Freude und Erleichterung. Mit 3:1 hatte die Düsseldorfer EG ihr vorletztes Saisonspiel bei den Panthern gewonnen und den Klassenverbleib in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) damit klar gemacht. Aber gleichzeitig bedeutete das Ergebnis für den Gegner, dass er zumindest sportlich abgestiegen ist. Ob Deutschland ältester Eissportverein wirklich in die DEL2 muss, entscheidet sich erst, wenn feststeht, wer Zweitligameister wird. Aber die Laune konnte das natürlich nicht retten: ein wütendes Pfeifkonzert, Sprechchöre gegen die Klubführung.

Auch im Gästeblock herrschte keine echte Partystimmung. Und das lag nicht nur daran, dass die Fans aus Düsseldorf und Augsburg befreundet sind. Natürlich gab es zur Schlusssirene rot-gelben Jubel, danach machten die Mannschaft und die gut und gern 1000 DEG-Fans die Welle. Aber ein Grund zu überschwänglicher Freude war der Nichtabstieg nun auch nicht.

Für die DEG-Fans hatte der Tag schon anstrengend begonnen. Die Fahrt im Sonderzug verlief in etwa so reibungslos wie die Saison ihres Teams. In Frankfurt war eine Person im Gleis, der Zug stand für rund 40 Minuten, musste einen Umweg fahren und kam verspätet in Augsburg an – weswegen der Spielbeginn um eine Viertelstunde nach hinten verschoben werden musste.

Mit dem Spiel konnte der Gästeblock dann aber wenigstens halbwegs zufrieden sein. Zwar lag die DEG in der siebten Minute durch Jordon Southorn zurück, aber nur 24 Sekunden später beruhigte Kenny Agostino die Halle wieder. Weitere zwei Minuten später brachte Sinan Akdag die Düsseldorfer mit 2:1 in Führung. Und das ging in Ordnung, die DEG nutzte die Verunsicherung in der Augsburger Defensive, ging aggressiv drauf und erkämpfte sich immer wieder Pucks. Ein durchweg dominanter Auftritt war das dennoch nicht, auch der AEV hatte Chancen, aber insgesamt sah ganz anders aus als am Freitag beim 3:5 in Nürnberg.

Da hatte die DEG in den ersten beiden Dritteln mal wieder viel vermissen lassen. „Erbärmlich“, urteilte Kapitän Philip Gogulla. Gerade mit Blick auf die Brisanz des Spiels, für die DEG war es ja die letzte Chance, noch auf einen Play-off-Platz zu springen. Aber sie ließ sie fast widerstandslos verstreichen. „Das darf nicht sein, deswegen müssen wir am Sonntag gucken, dass wir das Spiel gewinnen und dann einen Haken hinter die Saison machen“, sagte Gogulla und richtete eine Botschaft an seine Vorgesetzten: „Hoffentlich werden hier ein paar Entscheidungen getroffen, die wichtig sind für den Verein.“

Konkreter wurde der Kapitän nicht, aber es war unmissverständlich, dass er personelle Konsequenzen fordert. Die wird es geben, ein „Weiter so“ steht nicht im Plan. Die Verträge der drei Trainer laufen ohnehin aus, aber auch Abgänge von Spielern, die noch Vertrag haben, sind denkbar. Wenn das frühe Saisonende einen Vorteil hat, dann den, dass nun viel Zeit ist, alles gründlich aufzuarbeiten.

Spiel gegen Augsburg liefert
keine neuen Aufschlüsse

Das Spiel in Augsburg dürfte da wenige Erkenntnisse gebracht haben. Dass Torwart Henrik Haukeland (34 Paraden) und die Payerl-Agostino-O‘Donnell-Reihe (an allen Toren beteiligt) die sind, die den Unterschied ausmachen, war schon vorher klar. Für weitere Erkenntnisse war der AEV zu schwach. Auch im zweiten Drittel hatte die DEG die besseren Chancen, musste längst höher führen. Und dennoch war Haukeland ab Mitte des Drittels mehrfach gefragt, fehlerfrei spielten seine Vorderleute bei weitem nicht. Insgesamt war das ein zerfahrenes Spiel mit vielen Unterbrechungen. Was auch der Stimmung nicht guttat. Schon vor dem medizinischen Notfall in der Halle wirkte es recht ruhig, die AEV-Fans schienen nicht mehr an die Wende zu glauben.

Ihr Team tat das. Zu Beginn des Schlussdrittels rannte es noch mal wild nach vorne, schoss aus allen Lagen. Haukeland schien der einzige im DEG-Trikot zu sein, der die Übersicht behielt. Erst nach ein paar Minuten kamen die Gäste wieder nach vorne. Und als sie dann in Überzahl waren, traf O‘Donnell nach einer schönen Kombination über Agostino und Payerl zum 1:3. Danach waren das Spiel und der Abstiegskampf entschieden.

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