1. NRW

Wülfrath: 2020 läuft Probebetrieb für den Zeittunnel

Wülfrath : 2020 läuft Probebetrieb für den Zeittunnel

Eine noch zu gründende Genossenschaft wird ab Januar das Ruder übernehmen. Die Stadt sagt zu, unterstützend zur Seite zu stehen. Eine nötige Rückzahlung der Fördermittel wird nicht befürchtet.

. Die für ein Jahr befristete Übertragung der Betriebsführung des Zeittunnels an eine noch zu gründende Genossenschaft wurde bei einer Enthaltung von den Mitgliedern des Ausschusses für Kultur, Sport und Freizeit (AKSF) im großen Sitzungssaal des Rathauses beschlossen. Mit dem Zusatz, dass die Stadt Wülfrath einer Genossenschaft zur Betriebsführung beitritt und Genossenschaftsanteile in Höhe von maximal 1000 Euro zeichnet. Voraussetzung ist, dass sich keine weiteren Zahlungsverpflichtungen durch die Mitgliedschaft in der Genossenschaft ergeben.

Martin Fornefeld und Ulrich Becker, die den Förderverein Zeittunnel leiten und auch die Genossenschaft im Januar 2020 ins Leben rufen wollen, berichteten dem Gremium über ihre Vorstellungen, wie der Betrieb gesichert werden soll. Zur Erinnerung: Der Zeittunnel ist nach Angaben der Verwaltung pro Jahr mit einem sechsstelligen Betrag im Minus. Die Genossenschaft muss aber für eine Kostendeckung sorgen. „Wir wollen uns auf das immer noch bestehende Risiko einlassen“, sagte Martin Fornefeld. Er räumte allerdings ein, „wir sind viel zu klein, um alles selber zu machen“. Daher strebe man Kooperationen mit dem Neanderthal Museum und dem neukonzipierten Archäologischen Museum in Herne an. Hier seien die Bereiche Marketing und Ticketing interessant. Geld in die Kassen sollen Eintrittsgebühren, Verkäufe im Museums- und Onlineshop sowie Bewirtschaftungsmaßnahmen bringen.

Personalaufwendungen in
Höhe von 45 000 Euro geplant

Thomas May (Grüne) lobte das Zeittunnel-Duo für sein Engagement. „Es ist sehr gut, dass Sie stärker ins Marketing gehen“, so Thomas May weiter. Bettina Molitor, Vorsitzende des ASKF, schloss sich den Worten an und fragte, ob und wie die Ehrenamtler eingebunden werden. Martin Fornefeld erklärte, dass man nicht auf deren Know-How verzichten könne und für das tägliche Geschäft 450-Euro-Kräfte anstellen möchte. Die Genossenschaft kalkuliert nach Angaben der Verwaltung mit Personalaufwendungen in Höhe von 45 000 Euro zuzüglich Personal für Sonderveranstaltungen wie Führungen und Kindergeburtstage. Die Stadt wird der Genossenschaft im kommenden Jahr maximal 45 000 Euro erstatten.

Das städtische Personal zieht zwar wieder ins Rathaus um,steht aber für museumswissentschaftliche Fragen der Genossenschaft und als Koordinierungsstelle im Umfang von bis zu 230 Jahresarbeitsstunden zur Verfügung, so das Versprechen der Verwaltung. Wirtschaftsförderer Karsten Niemann versicherte zudem, er sei mit den Fördermittelgebern im Gespräch. Sie seien über die Pläne der neuen Betreiber informiert worden. „Die Signale sind so, dass eine Förderschädlichkeit ausgeschlossen werden kann“, so Karsten Niemann ­weiter.