Was der FC Bayern und die Groko gemeinsam haben

Meinung : Was der FC Bayern und die Groko gemeinsam haben

Das Aufzählen vergangener Erfolge nützt wenig, wenn für die Zukunft kein Konzept erkennbar ist. Das haben der Fußball und die Politik gemeinsam. Und bei beidem ist manchmal auch die Zeit zur Trennung gekommen.

Pokalsieg und Meisterschaft haben Niko Kovac bei Bayern München nichts genutzt. Vielleicht stimmte die Chemie von Anfang an nicht. Das 1:5 in Frankfurt gab ihm jedenfalls den Rest.

Bei der großen Koalition ist es ähnlich. Ihr nützt es nichts, akribisch alles schon Erreichte aufzulisten, wie das am Mittwoch im Kabinett geschehen ist. Für Parteien zählen nur Wahlerfolge, und die sind ausgeblieben. Schon länger für die SPD, nun aber auch für die Union. Die Öffentlichkeit hat ohnehin mehr die Momente des Missmuts in Erinnerung, vom Fall Maaßen bis heute zum Streit um die Grundrente. Und die prägen das Gesamtbild. Auch in den beteiligten Parteien.

In international unsicheren Zeiten wenigstens eine stabile Regierung mit einer erfahrenen Kanzlerin - das sind zwei sehr gewichtige Gründe für Schwarz-Rot. Aber nun streiten sich Außenminister Heiko Maas und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer öffentlich und Angela Merkels Autorität wird in der Union massiv in Frage gestellt. International ist Deutschland gemessen an seiner Bedeutung ein Totalausfall. Das ist also auch kein Argument mehr. Die GroKo hat von Anfang an keinen Aufbruch signalisiert. Bei einer Jamaika-Koalition wäre das vielleicht zunächst anders gewesen. Wahrscheinlich aber hätte sie wegen der scharfen Konkurrenz von Grünen und FDP auch nicht lange gehalten.

Nicht alles ist automatisch besser als das Bestehende. Manchmal ist ein Bruch notwendig, manchmal sollte man es lieber doch noch einmal miteinander versuchen. Der Rückblick auf die bisherige Bilanz muss für diese Bewertung eine Rolle spielen. Der Blick auf die kommenden Alternativen aber auch. Bei Bayern München zum Beispiel haben alle möglichen Traumnachfolger des geschassten Trainers inzwischen abgesagt. Nun ist die Not dort noch größer.

Für Parteien zählen nur Wahlerfolge, und die sind ausgeblieben, meint Autor Werner Kolhoff. Foto: nn
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