Warum öffentliche Gelöbnisse der Bundeswehr richtig sind

Meinung : Warum öffentliche Gelöbnisse der Bundeswehr richtig sind

Es gibt eine Entfremdung zwischen Streitkräften und Bürgern, die sich durch das Aussetzen der Wehrpflicht noch verstärkt hat. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) liegt deshalb richtig, wenn sie die Truppe durch öffentliche Gelöbnisse wieder stärker ins Bewusstsein der Menschen rücken möchte.

Wir haben uns daran gewöhnt, ohne das Militärische zu leben. Es gibt eine Entfremdung zwischen Streitkräften und Bürgern, die sich durch das Aussetzen der Wehrpflicht noch verstärkt hat. Die Bindung an die Gesellschaft schwindet, und das ist keine gute Entwicklung. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) liegt deshalb richtig, wenn sie die Truppe durch öffentliche Gelöbnisse wieder stärker ins Bewusstsein der Menschen rücken möchte. Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee. Und sie ist ein wesentliches Instrument unserer wehrhaften Demokratie.

Aber das Zutrauen in die Fähigkeiten der Bundeswehr lässt nach. Kramp-Karrenbauers Vorgängerin Ursula von der Leyen hat die Ausrüstungsmängel und Systemschwächen derart betont, dass die Armee oft nur noch als Trümmer-Truppe wahrgenommen wird. Richtig ist: Die Bundeswehr braucht mehr Geld, um ihren vielfältigen Aufgaben gerecht zu werden. Richtig ist aber auch, dass die Politik den Menschen die Bedeutung des Militärischen besser erklären muss. Es geht nicht nur um Flugzeuge, Panzer und Schiffe. Es geht auch um eine digitale Aufrüstung, denn Angriffe auf unsere freiheitliche Ordnung werden zunehmend im Netz stattfinden.

Die Bundeswehr ist Teil der Nato. Und jüngst hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron diesem Bündnis den Hirntod attestiert. Ein drastisches Bild, aber Macron hat Recht. Die Allianz existiert noch, aber sie funktioniert nicht mehr. Europa kann sich nicht mehr so wie einst auf die USA verlassen, es muss seine Sicherheit selbst in die Hand nehmen. In der Ära nach Donald Trump wird nicht plötzlich alles wieder wie früher sein. Wer immer in Washington das Sagen hat –  sie oder er wird die Rolle der USA als Armee des Westens ablehnen. Die Zeit des Wegduckens ist vorbei. Für Europa und für Deutschland. Wir müssen mehr fürs Militärische tun.